Grüne Tomaten nachreifen lassen

 

Dieses Jahr waren wir ganz emsig und haben unseren Balkon mit Tomaten und Radieschen bepflanzt. Leider kam uns diese prächtige Idee etwas spät, so dass es Juli war, als wir die Samen säten. Ja, Juli.

Das Schicksal der Radieschen möchte ich schnell vergessen, die Pflanzen wuchsen in höchste Höhen und vergaßen dabei völlig, dass sie Radieschen machen sollten.

Die Tomaten aber gaben sich kooperativ. Selbst im Hamburger Wetter kamen sie hervor und erfreuten uns. Als es allerdings Richtung Oktober ging, waren sie immer noch komplett grün. In diesem Zustand darf man sie nicht essen, sonst vergiften sie einen.

Was tun?

Wir probierten einen Hausfrauentrick – und er funktionierte sogar. Das was so faszinierend, dass wir uns fast über unser kleines Missgeschickt gefreut haben. So geht’s:

Man packt die grünen Tomaten gemeinsam mit Äpfeln und evtl. Bananen in einen Karton. Den verschließt man, denn Tomaten sind ja Nachtschattengewächse, sie reifen nur im Dunkeln. Den Karton stellt man an einen wärmeren Ort, neben die Heizung oder so.

Dann muss man sich in etwas Geduld üben. Aber nach ca. einer Woche konnten wir die ersten knallroten Tomaten “ernten”. Und sie schmeckten entgegen aller Erwartungen unglaublich lecker.

Toskanischer Brotsalat

 

Wieder einmal dürfen wir unsere beliebte Gastautorin Katrin zu Wort bitten. Diesmal mit einem köstlichen Rezept von Jamie Oliver (aus dem Buch “Genial italienisch”). Nachdem ihr letzter Eintrag sich als ein – wenn nicht DER – Top Hit der Krabbendisco erwies, darf man sich auf Großes freuen. Et voilà!

Zu Besuch bei Claire und Juliana in Hamburg! Eigentlich sollte man hier ja wohl ein leckeres Fischbrötchen essen, da das für einen Vegetarier leider unmöglich ist, muss man sich eine Alternative schaffen und die heißt für uns heute:

Toskanischer Brotsalat.

Hört sich vielleicht erstmal unspektakulär an, ist er aber nicht.

 

Erstmal geht man auf den Markt, und nimmt sich einen großen Korb mit, in den man dann ein paar Zweige Basilikum, Fenchelsamen, ein Ciabatta, Knoblauch, Kapern und ganz wichtig, viele verschiedene Tomaten in vielen verschiedenen Größen packt. (Nehmt bloß nicht diese Wassertomaten aus dem Supermarkt, Qualität lohnt sich hier wirklich!)

Seid ihr zu Hause angekommen, gießt euch ein schönes Glas Rotwein ein und …..es kann beginnen.

Ihr heizt den Ofen auf die höchste Temperatur, dann zerreißt ihr das Ciabatta in kleine ca. 2 cm große Stücke (bitte jetzt nicht nachmessen, dass ganze soll etwas rustikal von statten gehen) und gebt diese auf ein Backblech, träufelt etwas Olivenöl darüber, würzt mit Salz, Pfeffer und einem Esslöffel Fenchelsamen (kriegt ihr auf dem Markt bei nem Gewürzstand oder auch manchmal in der Ökoabteilung bei Edeka), dann presst ihr eine Zehe Knoblauch darüber aus und knetet die Gewürze ein, ohne die Brotstücke zu zerstören.

Dann kommt das Blech in den Ofen und wenn die Brotstücke goldbraun sind wieder raus.

Jetzt kommen die Tomaten, wascht sie ab und dann gut abtropfen lassen. Dann ist es wichtig, dass ihr sie in ungleich große Stücke schneidet (das erweckt den Eindruck ihr hättet das Ganze grade so nebenher gezaubert und bringt euch, außer dem phänomenalen Geschmack, noch mehr Lob ein), also mal längs, nur halbiert, in dicken Ringen und was euch sonst noch so einfällt.

Dann macht ihr den Tomatensalat mit wenig Kapern, einer handvoll Basilikum, Rotweinessig, Olivenöl, einer weiteren ausgepressten Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer an.

Alles gut vermischen. Abschmecken.

Und nun kommt der Clou, kurz vor dem Servieren nehmt ihr die Brotstücke mit allem was dabei ist und gebt sie in den Salat, etwas andrücken, damit das Brot die wundervolle Sauce des Salates aufsaugen kann.

Ein bisschen Parmesan darüber streuen und das Prachtstück ist fertig.

Guten Appetit!


Wenn Euch das hier gefällt, dann kann man Euch dieses Schmökerschmankel ans Herz legen:

Und wir tanzen Jambalaya.

 

Einst im vorflutären New Orleans: Klein-Juliana hat ihr erstes Jambalaya. Und ihre bis heute schärfste Chili, weshalb sie ein kleines Jambalaya-Trauma hat.

Das galt es nun zu überwinden. Um ganz sicher zu gehen, hielten wir uns nicht nur bei der Chilizugabe zurück, sondern machten gleich mal eine ganz und gar unorthodoxe Variante des kreolischen Eintopfs. Es war so lecker, dass wir es unbedingt teilen wollen.

Zutaten:

  • 150-200 g  Garnelen
  • 1 reife Kochbanane
  • 1 Dose Tomaten
  • 3 EL Tomatenmark
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • eine Messerspitze frische gelbe Chili
  • 100 ml Gemüsebrühe

Gewürzmischung:

  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 1 Messerspitze frische gelbe Chili
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 3 TL Paprikapulver
  • 2 TL Oregano
  • 2 TL Thymian
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 weißer Pfeffer
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 1/4 TL Muskat

Als erstes wird mal das Herz des Jambalaya, die Gewürzmischung, hergestellt. Am besten im Mörser, da macht’s auch am meisten Spaß.

Dann nehmt ihr die Hälfte der Mischung raus und schmeißt die Garnelen mit in den Mörser. In den Gewürzen dürfen sie sich jetzt erst mal suhlen und schön marinieren, vorzugsweise im Kühlschrank.

Nun wird die Zwiebel gewürfelt und darf in einen großen Topf mit heißem Öl. Wenn sie glasig ist, werft ihr die marinierten Garnelen, den kleingehackten Knoblauch und den Rest der Gewürzmischung dazu. 2 Minuten später kommt auch die in ca. 2 cm-breite Scheiben geschnittene Kochbanane mit in den Topf. Die Temperatur darf richtig heiß sein, die Aromen müssen definitiv Eure ganze Wohnung füllen.

Zwei Minuten später könnt Ihr nun mit der Brühe ablöschen und auch die restliche Zutaten dürfen nun in den Topf des Glücks.

Der Job ist nun eigentlich getan, das Jambalaya muss nur noch durchziehen (mein Lieblingswort). Wenn Ihr wollt, macht Reis dazu, das schmeckt. Im Originalrezept ist der Reis ja sogar Teil des Eintopfs, aber bei uns hat ihn die Kochbanane vertrieben.

Ihr wisst was jetzt kommt.
Die Müsike.
Bitte.Wir empfehlen einfach ein bisschen Straßenjazz.

Brasilien, wir knabbern Dich an!

Weiter geht’s mit unserem kleinen Südamerika-Bericht. In Brasilien muss man vor allem eins: Jede Frucht ausprobieren, die einem unter die Nase kommt. Am einfachsten geht dies in den Saftbars, die es z.B. in Rio überall gibt. Dort bekommt man auch “Acai”. Hierbei handelt es sich um eine Frucht, der wahre Wunderwirkung nachgesagt wird und die ihren Verzehrer ins Land der ewigen Jugend katapultieren soll. Sie wird oft in Form eines süßlich-herben Sorbets angeboten:

Hier mal ein leckeres Rezept:

Zutaten:

  • 100 g Banane
  • 150 ml Apfel- oder Orangensaft
  • ca. 30 ml Guarana-Sirup oder Honig
  • 200 g Acai-Mark (gibt’s in guten Reformhäusern)
  • ein paar Eiswürfel

Alle Zutaten in einem Mixer mit etwas Eis zu einem Sorbet verquirlen, in einer Schale servieren und mit Bananenscheiben und Knuspermüsli garnieren.

Wir genossen es jedenfalls sehr und freuen uns schon auf die ewige Jugend.

Tja, und dann haben die Brasilianer – zumindest in Rio und Porto Alegre – ein Faible für fettige, teigige, meist frittierte Schweinereien. Überall gibt es zum Beispiel Pao de Queijo, kleine Brötchen mit Käsefüllung. Lecker!

Lustig ist die brasilianische Grillkultur (churrasco). Das Fleisch kommt nämlich nicht aufs Rost, sondern man spießt alles auf – vom Würstchen bis zum Filet. Die Spieße werden dann über die Glut gehängt.

Im Restaurant werden diese Spieße direkt an den Tisch gebracht und man darf sich genau aussuchen, welches Stück man gerne hätte. Wer jetzt Döner sagt, wird aufgespießt.

Insgesamt sind uns in Brasilien keine geschmacklichen Offenbarungen begegnet. Uns hat oft der gewisse Tick, ein spannendes Gewürz oder eine raffinierte Zubereitung gefehlt. Das tolle Fleisch und die Vielfalt der Früchte und Gemüsesorten konnten uns aber ganz gut entschädigen…

Musik zum Churrasco: Sergio Mendes – Mas que nada