Toskanischer Brotsalat

 

Wieder einmal dürfen wir unsere beliebte Gastautorin Katrin zu Wort bitten. Diesmal mit einem köstlichen Rezept von Jamie Oliver (aus dem Buch “Genial italienisch”). Nachdem ihr letzter Eintrag sich als ein – wenn nicht DER – Top Hit der Krabbendisco erwies, darf man sich auf Großes freuen. Et voilà!

Zu Besuch bei Claire und Juliana in Hamburg! Eigentlich sollte man hier ja wohl ein leckeres Fischbrötchen essen, da das für einen Vegetarier leider unmöglich ist, muss man sich eine Alternative schaffen und die heißt für uns heute:

Toskanischer Brotsalat.

Hört sich vielleicht erstmal unspektakulär an, ist er aber nicht.

 

Erstmal geht man auf den Markt, und nimmt sich einen großen Korb mit, in den man dann ein paar Zweige Basilikum, Fenchelsamen, ein Ciabatta, Knoblauch, Kapern und ganz wichtig, viele verschiedene Tomaten in vielen verschiedenen Größen packt. (Nehmt bloß nicht diese Wassertomaten aus dem Supermarkt, Qualität lohnt sich hier wirklich!)

Seid ihr zu Hause angekommen, gießt euch ein schönes Glas Rotwein ein und …..es kann beginnen.

Ihr heizt den Ofen auf die höchste Temperatur, dann zerreißt ihr das Ciabatta in kleine ca. 2 cm große Stücke (bitte jetzt nicht nachmessen, dass ganze soll etwas rustikal von statten gehen) und gebt diese auf ein Backblech, träufelt etwas Olivenöl darüber, würzt mit Salz, Pfeffer und einem Esslöffel Fenchelsamen (kriegt ihr auf dem Markt bei nem Gewürzstand oder auch manchmal in der Ökoabteilung bei Edeka), dann presst ihr eine Zehe Knoblauch darüber aus und knetet die Gewürze ein, ohne die Brotstücke zu zerstören.

Dann kommt das Blech in den Ofen und wenn die Brotstücke goldbraun sind wieder raus.

Jetzt kommen die Tomaten, wascht sie ab und dann gut abtropfen lassen. Dann ist es wichtig, dass ihr sie in ungleich große Stücke schneidet (das erweckt den Eindruck ihr hättet das Ganze grade so nebenher gezaubert und bringt euch, außer dem phänomenalen Geschmack, noch mehr Lob ein), also mal längs, nur halbiert, in dicken Ringen und was euch sonst noch so einfällt.

Dann macht ihr den Tomatensalat mit wenig Kapern, einer handvoll Basilikum, Rotweinessig, Olivenöl, einer weiteren ausgepressten Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer an.

Alles gut vermischen. Abschmecken.

Und nun kommt der Clou, kurz vor dem Servieren nehmt ihr die Brotstücke mit allem was dabei ist und gebt sie in den Salat, etwas andrücken, damit das Brot die wundervolle Sauce des Salates aufsaugen kann.

Ein bisschen Parmesan darüber streuen und das Prachtstück ist fertig.

Guten Appetit!


Wenn Euch das hier gefällt, dann kann man Euch dieses Schmökerschmankel ans Herz legen:

Lachsfrikadellen für Feuerdrachen

 

Passend zu den aktuellen Temperaturen (für Hamburger Verhältnisse schier tropisch) gibt’s heute was ganz Heißes. Aber keine Angst, für Abkühlung wird auch gesorgt.


Das Rezept haben wir leicht abgewandelt nachgekocht aus Essen & Trinken, 3/2011

Zutaten für 4 Personen:

Feuersoße:
2 Knoblauchzehen
3 rote Chilischoten
60 g brauner Zucker
8 EL Reisessig

Frikadellen:
2 Frühlingszwiebeln
500 g Lachsfilet ohne Haut
20 g geriebenen Ingwer
2 TL geriebene Zitronenschale
Salz, Pfeffer, Öl zum Anbraten

Für die Soße den Knoblauch und die Chilis klein hacken. Alle Zutaten in einem Topf aufkochen und bei schmaler Hitze 15 Minuten einkochen lassen.

So, jetzt die Frühlingszwiebel klein schneiden und glasig anbraten. Dann den Lachs klein hacken und mit den Frühlingszwiebeln und den restlichen Zutaten mischen. Dann wird der gute Lachs kaltgestellt. Päng.

Nach 10 Minuten darf er wieder auferstehen und wird zu acht Frikadellen geformt. Bei mittlerer Hitze auf jeder Seite 2 Minuten anbraten.

Nun schön in die scharfe Soße dippen.

Die versprochene Abkühlung gibt´s vom Gurkensalat. Einfach vom Auberginen-Rezept klauen. Prost!

Musikempfehlung:
Mit Alkohol, vorzugsweise Gin: Chris Rea – Gone Fishing
Ohne Alkohol: Patrick Watson – Tracy’s Waters

Ja, panische Aubergine!

 

In München gibt es einen ganz tollen, kleinen, unprätentiösen Sushi-Laden, der damals meine Mittagspausen erhellte (Japan Sushi Gourmet). Als Vorspeise bestellte ich immer Auberginenstreifen mit einer wundersamen, sämigen, süßlichen Sauce und wollte das schon ewig mal nachkochen. Und nun endlich konnte mir mal ein Kollege einen Tipp fürs Rezept geben: zu finden in Frau Harumi Kuriharas Buch “Harumi’s Japanese Home Cooking“. Wir haben es ein klein wenig abgewandelt und einen Gurkensalat dazu gemacht. Mit Reis schmeckt es auch sehr fein. Eignet sich als Snack, Vorspeise oder als kleines Hauptgericht.

Für vier Personen braucht man Folgendes:

  • 2 Auberginen
  • 12 EL  Misopaste
  • 8 EL Zucker
  • 12 EL Sake
  • 4 EL Sesam

Für den Gurkensalat:

  • 1 Salatgurke
  • 6 EL Limette
  • 1 EL Sesamöl
  • 2 Stängel frischen Koriander
  • 3 EL Pinienkerne

Ihr fangt ganz locker an, indem ihr die Auberginen halbiert und mit einem schaaafen Messer rautenförmig einritzt. Vorsicht, dass die Haut dabei nicht kaputt geht.


Den Ofen könnt ihr schon mal auf 180° mit Grill vorheizen.

Dann werden die Hälften mit dem Fleisch nach unten in einer Pfanne in Olivenöl angebraten. Zwischendurch mal wenden. Insgesamt brauchen sie so 10 Minuten auf mittlerer Hitze, bis sie weich sind.

In der Zwischenzeit wird die Sauce angerührt, also die Misopaste mit Zucker und Sake vermischt.

Wenn die Auberginen soweit sind, kommen sie mit der Fleischseite nach oben in eine Auflaufform und werden mit der Paste eingepinselt, bis nichts mehr da ist. Jetzt ab ins Rohr. Für max. 10 Minuten, muss man bisschen beobachten. Schwarz sollen sie nicht werden.

So, nun nur noch den Sesam rösten und drauf verteilen, fertig.

Für den Gurkensalat schält ihr die Gurke und schabt dann mit einem Kartoffelschäler längs dünne, lange Streifen ab. Den wabbeligen Kern esst ihr einfach so, der stört im Salat. Dann kommt Limette und Öl dran und gezupfter Koriander. Die Pinienkerne anrösten und frisch und duftig über den Salat streuen. Jetzt aber: jubun meshiagaré!

Und für die Ohren gibt’s natürlich dieses wunderschöne Oeuvre: Ja, Panik – Nevermind

Wenn die Schweiz mit der Karibik: Kochbananen-Röstis

Vor Kurzem war es wieder soweit, ein paar Kochbananen lachten uns an und machten es sich schwups in unserem Einkaufskorb gemütlich. Und das, obwohl wir schlechte Erfahrungen hinter uns haben. Am guten alten Viktualienmarkt empfahl man uns seinerzeit, die Kochbananen einfach in der Pfanne zu frittieren. Sie schmeckten nach Stärke, Staub und exotischem Fliegenmehl.

Also ein neuer Versuch. Diesmal durfte sich unsere Banane mit Zucchini vereinen. Und tatsächlich, sie hat sich unserer erwärmt und war wunderbar zart und aromatisch.

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 grüne Kochbanane*
  • 1/2 Zucchini
  • 1 große Kartoffel
  • 1/4 Zwiebel
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 Ei
  • 1 EL Stärke
  • Butter zum Anbraten
  • 1/2 TL Zitronenabrieb
  • Cayennepfeffer, Salz
* Es gibt wohl bei Kochbananen drei Reifestadien mit unterschiedlichen Zubereitungsarten:
grün-gelb: wie Kartoffeln zu verwenden
gelb: am besten braten, kochen, zu Pürree verarbeiten, frittieren oder backen
schwarz: Jetzt sind sie süß und gut für Nachspeisen oder Kuchen

Für die Dips:

  • 1/2 Becher Creme Fraiche
  • 1 TL Honig
  • Zimt, Kardamom, Pfeffer, Kreuzkümmel, Cayennepfeffer
  • 1/2 Becher Creme Fraiche
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL gehakte Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Also los. Erst mal die Zucchini reiben und dann in einem Sieb auspressen, damit sie nicht mehr so feucht ist. Danach Kartoffel, Banane reiben und Zwiebel und Frühlingszwiebel klein hacken. Jetzt alles mit den anderen Zutaten zusammen in eine Schüssel geben und vermischen.

Dann eine Pfanne mit Butter erhitzen und pro Rösti einen Esslöffel von der Masse in die Pfanne geben. Mit der Löffelrückseite könnt ihr sie schön platt drücken. Von jeder Seite bei mittlerer Hitze ca. 3  Min. rösten.

Tja und die Dips sind ganz einfach. Creme Fraiche mit den Zutaten mischen und mit den Gewürzen abschmecken.

Und mit dieser Musikempfehlung kommt sogar ohne Bananen Südseestimmung auf: Buena Vista Social Club – Chan Chan

PS: Von meiner puertoricanisch-texanischen Gastmutter wurden mir oft hervorragende “Kochbananen-Fladen” vorgesetzt. Sie wurden frittiert und schmeckten erst, nachdem man sie drei oder viermal heruntergewürgt hat und sich an den Geschmack gewöhnt hat. Dann waren sie aber ein Gedicht. Wenn jemand ein ähnliches Rezept kennt – bitte bitte an mich :)

 

Cremiger Brit Pop: Lemon Curd

Ehrlich gesagt habe ich erst vor Kurzem entdeckt, dass man das leckere Zeugs von der Lemon Tart auch als Brotaufstrich futtern kann. Und wie das so ist, habe ich dann rings um mich herum überall Lemon Curd Rezepte entdeckt. Auch dank meiner neuesten Suchterscheinung – dem knuddeligen Pinterest. Wer’s noch nicht kennt, lieber nicht ausprobieren. Oder sich neben dem Twitter- und Facebook- noch an einen weiteren Share-Reflex gewöhnen.

Nun also zum Lemon Curd. Ist wirklich ganz einfach und ist (noch) eine kleine Besonderheit und zur Angeberei bei Brunch-Events geeignet.

Zutaten:

  • 3 Zitronen
  • 60 g Zucker
  • 4 Eier
  • 10 g Butter
  • Salz

Zunächst mal die Schale von den Zitronen abreiben und sie dann auspressen. Also die Zitronen. Die Schale packt ihr in ein Sieb, das erst mal keine Rolle spielt. Den Saft gießt ihr mit 2 Eigelb und 2 ganzen Eiern, dem Zucker und der Butter (zerstückelt) in eine Metallschale. Diese kommt auf einen Topf, in dem Wasser köchelt. So habt ihr Euch ratzfatz ein Wasserbad gebastelt. Jetzt müsst ihr die Masse so lange mit dem Schneebesen bearbeiten, bis sie geleeartig wird (Wissenswertes zum Thema Ei-Gerinnung habe ich gerade auf diesem schönen Blog gefunden: Lamiacucina - Punkt 1) . Das Curd dann schnell vom Herd nehmen und durch das Sieb drücken, in dem die Zitronenschale wartet.

Ab damit in ein schönes Glas und los geht die Aufschneiderei (Brötchen). Und dann folgt auf die Lemon Curd- sicherlich eine Bauch-Pinselei seitens der Freunde. Viel Spaß!

 

Musik dazu:  Blur – You’re so great

Dessert-Terzett: Schokotörtchen, Kaffee-Panacotta, Orangensoße

Für diesen kleinen Zuckerzirkus hat uns mal wieder die grandiose Nicole Stich mit ihrem Buch zum Blog geholfen. Übrigens mit Abstand das Kochbuch, das wir uns am häufigsten schnappen, wenn wir Inspiration brauchen. Panacotta und Schokotörtchen sind mit leichten Abwandlungen direkt von Frau Stich. Als los geht’s . Eins nach dem anderen.

Die Schokotörtchen. Solche mit flüssigem Kern. Jawoll.

Ihr braucht für den Teig:

  • 200 g Butter (plus Butter zum Einfetten vom Muffinblech)
  • 200 g dunkle Schoki (60-70 % Kakao)
  • 200 g Zucker
  • 4 Eier
  • 3 EL Mehl

Für die Deko:

  • 150 g weiße Schoklade
  • 2 EL gehackte Pistazien

Für den Teig die Schoki zerbrechen und mit der Butter überm Wasserbad schmelzen. Das ist so toll, das könnte ich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen machen.

Dann den Zucker untermengen und alles ein paar Minuten abkühlen lassen. Nun vorsichtig die Eier mit einem Löffel einrühren. Eins nach demanderen. Alles muss schön schlabberig werden. Dann das Mehl einrühren. Und dann sieht das unglaublich fantastisch aus. Reißt Euch zusammen, aus dem Teig sollen noch Törtchen werden!

Jetzt ein Muffinblech mit Butter einreiben und den Teig einfüllen. Er sollte für 20 Törtchen reichen. Die kleinen Dicken für 15 Minuten bei 190° backen. Dann 10 Minuten auskühlen lassen und aus der Form stürzen. Die weiße Schoki auch über dem Wasserbad schmelzen und die abgekühlten Törtchen damit einpinseln. Schließlich noch ein paar Pistazien drübba.

So, weiter geht’s mit dem Panacotta.

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Sahne
  • 50 g brauner Zucker
  • 1 Vanilleschote
  • 3 TL Kaffeebohnen
  • 2 1/2 Blatt Gelatine
  • 100 ml Kaffeelikör

Sahne und Zucker in einem Topf erhitzen. Das Vanillemark aus der Schote kratzen und mit der Schote zur Sahne geben. Die Kaffeebohnen grob zermörsern und auch mit rein. Sahne jetzt 10 Minuten köcheln lassen und immer mal wieder umrühren.

Dann die Sahne durch ein feines Sieb geben und 2 Gelatineblätter (vorher eingeweicht) einrühren. Und schon kann das Ganze in kleine Gläschen:

Die Gläschen für ca. 2 Stunden in den Kühlschrank geben und dann die Kaffeeglasur vorbereiten: Einfach den Likör ca. 5 Minuten kochen und dann den Rest Gelatine einrühren. Die Soße ca. 10 Minuten auskühlen lassen und dann vorsichtig über das Panacotta geben. Dann alles zurück in den Kühlschrank. Nach etwa 2 Stunden rausholen und auffuttern.

Nun noch zum Orangensößchen. Gibt dem Dessert noch was Fruchtiges, was bei dem ganzen Zucker echt nicht schlecht ist.

Zutaten:

  • 4 Orangen
  • 1/2 Zimstange
  • 1 Anisstern
  • 2 Nelken
  • 1/2 Vanilleschote
  • 1 EL kalte Butter
  • 1 EL Calvados

Zunächst alle Orangen filettieren. Dabei bleibt immer ewig viel Fleisch übrig. Das nehmen wir beherzt in die Hand und quetschen es ordentlich über einer Pfanne aus. Dabei am besten an unnette Menschen denken.

Alle Gewürze mit zum Saft geben und alles eine Weile köcheln lassen. Dann absieben und die Butter einrühren. Jetzt das Sößchen mit den Orangenfilets zurück in die Pfanne und wieder kurz köcheln lassen. Zum Schluss noch den Calvados dazu, fertig.

Wir empfehlen dazu zunächst Yeah Yeah Yeahs – Bang! und dann einen Schluck harten Schnaps zum Verdauen. Cheers.

Crêpes Lichterloh

Manchmal, wenn wir die Mittagspause so richtig zelebrieren wollen, gönnen wir uns das Menu du Jour in der bretonischen Crêperie Ti Breizh. Für 8,20 bekommt man dann eine Galette mit allerlei Herrlichkeiten (letztes Mal waren das Parmaschinken, Chicoree, Bechamelsoße) und danach ein knusprig-locker-leichtes Träumchen von Crêpes. Dazu einen Cidre, stilecht aus der Tasse.

Die Crêpes-Kreation vom letzten Besuch – Cassis und Pfirsich – habe ich heute mal nachgekocht, in etwas abgewandelter, flambierter Version: Cassis, kandierte Aprikose und Calvados-Feuer.

Zutaten für 3 Personen:

Anmerkung: Ich fühle mich beim Crêpesteig wie Claires Oma. “Ja wasst, Kind, des musst nach Gfühl machen. Bisses a ordentlicher Teich iis.” Beim Crêpesteig schmeiße ich wirklich immer alles zusammen, bis es nicht mehr zu dick, aber auch nicht mehr zu dünn ist. Aber ich probier mal eine grobe Angabe – ohne Gewähr:

Für den Teig:

  • 1 Ei
  • 150 g Mehl
  • 150 ml Milch
  • 20 g geschmolzene Butter
  • 2 EL Cognac
  • 1 TL Zucker
  • 1 Prise Salz

Für die Beilagen:

  • 4 Aprikosen
  • 10 g Butter
  • 2 EL Puderzucker
  • 100 ml Crème de Cassis
  • 50 ml Calvados

Zunächst alle Teigzutaten zusammenrühren und möglichst lange – mindestens ein Stündchen – in den Kühlschrank stellen. Dann immer eine Kelle in die Pfanne gießen und schön schwenken, damit sich eine dünne, gleichmäßige Schicht bildet. Evtl. etwas Butter verwenden. Ganz wichtig: die Pfanne muss sehr heiß sein.

Für die Soße 100 ml Crème de Cassis im Topf um die Hälfte reduzieren lassen und mit 10 g kalter Butter abbinden.

Die Aprikosen halbieren und etwas Butter mit Puderzucker in der Pfanne erhitzen. Wenn der Zucker ganz leicht bräunlich wird, schnell die Aprikosen dazu schmeißen und goldbraun anbraten.

Nun je eine halbe Aprikose auf jeden Crêpes legen und etwas Cassis daraufträufeln. Da, wo vorher der Aprikosenkern war, kommt jetzt der Calvados rein. Dann Licht aus, Augen auf, Streichholz an – und schon habt ihr Crêpes Lichterloh!

Die Musikempfehlung: Louise Attaque – Snark

Avocado-Häppchen

 

Heute bauen wir Schiffchen für Avocados:

Es handelt sich um ein typisches Häppchen-auf-Stehveranstaltungs-Gericht. Am besten hat man was Alkoholisches dazu in der Hand. Nur so als Tipp.

Die Zutaten sind denkbar simpel. Hier mal für 2 Personen:

Ihr kocht zwei Eier so 6 Minuten lang. In der Zeit zerdrückt ihr eine Avocado mit 2 EL Preiselbeermarmelade. Salzen und pfeffern. Dann die Eier abschrecken, pellen und vorsichtig in zwei Hälften schneiden. Das Eigelb herausstülpen und unter die Avocadocreme rühren. Jetzt die Creme mit einem Löffel in die leeren Eiweißhälften füllen. Ein Klaks Marmelade obendruff und ab dafür.

Musik: Reinhard Mey – Die heiße Schlacht am kalten Buffet

Zwiebelkuchen: Straußwirtschaft für Zuhause

 

wie schön sind sie doch, die abende inmitten badischer weinreben im lauen spätsommer, oder ist es dann schon frühherbst? egal, beides toll. also, lecker weinchen und kalte platte mit bibbeleskäs. oder eben zwiebelkuchen mit neuem wein. problem: gibt’s alles nicht in norddeutschland.

lösung: selber machen, mit frischem hefeteig. nur mit den reben wird’s schwierig.

für den hefeteig brauchen wir 250g mehl, 50g butter, 1/2 würfel hefe, etwas salz und zucker, sowie 15cl lauwarme milch.  erstmal vorteig produzieren, mit zerbröselter hefe und einem teil der milch, danach noch zucker und teil des mehls dazu. abgedeckt an warmem ort gehen lassen, bis sich das volumen verdoppelt hat. dann ist es an der zeit, den rest des mehls und der milch hinzuzufügen. muskeln spielen lassen beim durchkneten, dann butter dazu. nochmal gehen lassen, und dann mit dem teig die form auslegen.

für den belag brauchen wir 1/2 kilo zwiebeln (ist ja schließlich zwiebelkuchen!), gute portion butter, etwas salz, ein bisschen mehl, 2 eier, 1/2 becher sahne. und zum bestreuen etwas kümmel (für geschmack und verdauung), 75g speck und nochmal ein bisschen butter. erstmal fein gewürfelte zwiebeln 10-15 min in der butter glasig dünsten (nicht karamelisieren), dann das bisschen mehl dazu zum binden. die ganze chose abkühlen lassen. wenn die form mit dem teig ausgelegt ist die 2 eier und die sahne einrühren, und mit salz abschmecken, das mögen die zwiebeln gern. dann ab damit in die form, am besten wenn der teig schon etwas gegangen ist. schinken, kümmel und butterflocken drauf und ab in die röhre für ca. 4o min bei 200 grad.

frisch aus dem ofen in den magen, runtergespült mit neuem wein. schmeckt auch auf dem hamburger balkon 1a.

es kann nur eine musikempfehlung geben: das badnerlied. auf hamburger balkonen lieber nicht zu laut. aber trotzdem hand aufs herz. und dann wieder insgeheim im heimblock freuen, wenn freiburg wieder gegen den hsv gewinnt.

p.s. mitte november ist weder spätsommer noch frühherbst, aber clairinho ist notorisch faul. deshalb hat sie es 2 monate vor sich hergeschoben, diesen beitrag zu schreiben.

Gebeizter Lachs

 

Ein wundervolles Gericht, das – wenn auch viel Zeit – sehr wenig Aufwand verlangt. Ich bin völlig von den Socken von dem einmaligen Geschmack, der selbst Stehampfänge bei den Freunden der historischen Schmeißfliegenfischerei zum illustren Vergnügen machen würde.

 

Man kann selbstgebeizten Lachs eigentlich mit nichts vergleichen, das es so im Supermarkt gibt. Die Konsistenz ist angenehm fest und der feine Lachsgeschmack wahnsinnig konzentriert. Dazu kommen die fast waldigen Kräuteraromen …

Und so geht’s: Ihr kauft zwei schöne große Lachsstücke (ca. 250 g/Stück) und entfernt etwaige weiße Fettstellen an den Seiten. Dann kommt ein Stück mit der Haut nach unten auf ein großes Stück Frischhaltefolie. Jetzt macht ihr die Beize: Zunächst 100 g Salz mit 100 g Zucker, 3 Nelken, 10 Pfefferkörnern und 5 Wacholderbeeren im Mörser zerbröseln. Vielleicht probiert ihr auch etwas weniger Salz, bei uns waren 100 g schon sehr salzig. Die Zuckermenge müsstet ihr entsprechend anpassen. Dann wird ein Bund Dill, ein Bund Schnittlauch und ein halbes Bund glatte Petersilie kleingehackt. Kräuter mit den Gewürzen  und dem Abrieb von einer Zitrone mischen.

Die Mischung auf dem Lachs verteilen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Dann das zweite Lachsstück obendrauf legen. Das Sandwich nun mit der Folie richtig schön fest umwickeln.

Das war’s schon. Ab in den Kühlschrank und jetzt heißt es warten. Zwei bis drei Tage. Dabei alle 12 Stunden drehen. Achja, auch wenn’s schwerfällt, während des Beizvorgangs darf das Päckchen nicht geöffnet werden!

So, jetzt aber. Lasst es Euch schmecken! Am besten ganz dünn geschnitten auf einem Toast. Evtl. etwas Apfelmeerrettich dazu und ein paar Tröpfchen Dillsauce (2 EL Senf, 2 EL Olivenöl, 1 EL Balsamico, 1 EL Ahornsirup, 1 Spritzer Zitrone mit einer Gabel ganz schnell schlagen).

Musikempfehlung: Eels – Guest List