Katrins Erbsenpesto

Nachdem die arme Disco ja nun so arg unter unserem Zeitmangel leiden musste, hat sich Katrin, unsere gefeierte Gastschreiberin (eigentlich gehört sie schon fest zum Team), erbarmt und einen wunderbaren grünen Eintrag verfasst. Viel Spaß und fröhliche Erbserei!

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Für das Erbsenpesto braucht ihr

  • 300 g Erbsen (am besten Frische, die schmecken einfach viel viel besser)
  • 100 g gehobelte Mandeln, in der Pfanne goldbraun angeröstet
  • gutes Olivenöl (lohnt sich wirklich, man braucht nicht viel und sonst schmeckt es schnell bitter)
  • 1­-2 Knoblauchzehen nach Geschmack
  • Salz und Pfeffer

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Reis, Baby

Schwarzer Reis mit Garnelen, Spargel und Koriandersoße 

Zutaten für 4 Personen:

  • 2 Tassen schwarzer Reis
  • 1 EL Butter
  • 8 dünne Spargelstangen
  • 8 Garnelen
  • 1/2 Zitrone (unbehandelt)
  • etwas Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • Koriandersoße (Rezept hier)

 

Den schwarzen Reis habe ich erst gründlich im Sieb abgewaschen und ihn dann mit 2,5 Tassen Wasser aufgekocht. Sobald das Wasser kochte, hab ich den Herd auf 0,5 gestellt und alles zudeckt 35 Minuten köcheln lassen. Laut Verpackung sollte dann das Wasser verdampft sein, war’s bei mir nicht. Ich hab also den Reis einfach noch mal abgesiebt, dann etwas Butter untergehoben – und er war wundervoll!

Der Spargel wird ganz normal gekocht und die Garnelen scharf in heißem Olivenöl angebraten. Knoblauch, Chili und Zitrone (in Scheiben) dabei auch einfach mit in die Pfanne geben.

Alles schön – also schöner, als wir das geschafft haben – mit der Koriandersoße anrichten und am besten mit einem eiskalten Weißwein in der Sommersonne verputzen.

Musikempfehlung: Four Tet – Sing

 

Milchreis mit Safran

Zutaten:

  • 200 g Milchreis
  • 650 ml Milch
  • 1/4 Vanilleschote
  • 20 g Kokoscreme
  • 1/2 Chili
  • 1 Prise Salz
  • 10 Safranfäden
  • 1 EL Honig
  • 1 TL Rum
  • Abrieb einer Limette
  • Zum Garnieren: ein paar Berberitzen und Pistazien

 

Den Milchreis mit Milch, Vanillemark und -schote, Kokoscreme, Salz und Chili vermengen und bei niedriger Flamme langsam aufkochen.

Alles ca. eine halbe Stunde offen leicht köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren.

Den Safran mit einem Mörser zu Pulver verarbeiten und mit ein paar Tropfen Wasser mischen. Nachdem der Reis 20 Minuten geköchelt hat, Safranmischung und Honig dazugeben. Die Chili jetzt rausholen, sonst wird’s zu feurig.

Wenn der Reis fertig ist, wird er vom Herd genommen und mit dem Rum und dem Limettenabrieb vermischt. Berberitzen und Pistazien drüber streuen, fertig!

Musikempfehlung: Leslio Clio – I couldn’t care less

 

Hemingway-Eier im Mini-Format mit selbst gebeizter Lachsforelle

Alle Jahre wieder feiern wir in entspannter, kulinarischer und alkoholgeschwängerter Atmosphäre Silvester. Das Prinzip: alle Gäste steuern 1-2 Gänge bei. Möglichst kleine Leckereien, damit noch viel Potential für weitere Leckerbissen bleibt. Nach dem tollen Beiz-Ergebnis mit Lachs letztes Jahr, wollten wir zu dieser Gelegenheit einen etwas weniger fettigen Fisch verwenden. Also durfte eine Lachsforelle dran glauben. Und die wurde dann nicht einfach so serviert, sondern dünn aufgeschnitten auf leicht getoasteten Tramezzini drapiert, mit 2 pochierten Wachteleiern belegt und mit Dill-Vinaigrette beträufelt. Also quasi Hemingway-Eier im Mini-Format: dünne Tramezzini statt füllender Toasties und Wachteleierchen statt klassischer Hühnereier. Downsizing im Dienste der weiteren Kalorien-Aufnahme-Kapazität.

Nachdem der Lachs letztes Mal fast zu salzig war, haben wir ein wunderschönes Rezept von Maria abgewandelt, das deutlich weniger Salz und Zucker beinhaltet. Dafür braucht Ihr:

  • 1 Lachsforelle, filetiert (also 2 Filets)
  • 2 EL Salz
  • 2 EL Zucker
  • 1/2 TL Wacholderbeeren
  • 1 TL Pfefferkörner
  • 1 TL Korianderkörner
  • 1/2 Bio-Orange
  • 1/2 Bund glatte Petersilie (geht auch TK)
  • 1/2 Bund Dill (geht auch TK)
  • Etwas Olivenöl

Für die Beize zerdrückt Ihr im Mörser das Salz, den Zucker und die ganzen Körner. Dazu noch etwas Abrieb von der Orange, der einen schönen frischen Geschmack gibt. Dann diese Mischung auf einer Fischhälfte verteilen. Das Filet sollte dabei mit der Haut nach unten auf einer Plastikfolie liegen. Kräuter klein hacken und auch drauf packen. Dann folgen ein bisschen Olivenöl sowie ein paar Orangenscheiben. Das zweite Lachsforellenfilet spiegelbildlich drauf legen und Klappe zu. Richtig fest in der Folie einwickeln, möglicherweise sogar 2 Schichten. Ab in eine Form, und von oben beschweren. Wir haben eine Kastenkuchenform genutzt und ein Tetra-Pack draufgelegt.

Die Lachsforelle ist weniger dick als der Lachs, daher reichen 24 Stunden im Kühlschrank. Dabei nach etwa der Hälfte der Zeit wenden.

Natürlich lässt sich das Ganze wunderbar solo genießen, schön dünn aufgeschnitten. In unserem Fall gab es als Zugabe noch 2 pochierte Wachteleier pro Person. Da es um Massenproduktion ging (immerhin 7 Portionen, also 14 Eier), haben wir das Pochieren zeitlich vorgezogen. Wie bei “normalen” Eiern Wasser mit etwas Essig zum Kochen bringen, dann von der Herdplatte nehmen, mit einem Kochlöffel einen Strudel erzeugen und den Schalen-Inhalt in die Mitte setzen. Man kann sogar ein paar Eier gleichzeitig machen, bei uns waren es jeweils 3 auf einmal. Die Eier verlieren dann zwar im Strudel manchmal ein bisschen ihres Eiweißes (flockt leicht aus), aber bleiben dennoch gut getrennt voneinander. Nach einer knappen Minute raus aus dem Topf und in Eiswasser abkühlen lassen. Dort halten sich die Eier gut bis man sie auf die Tramezzini packt — entweder noch kalt oder kurz in Wasser aufgewärmt (nur kurz, 10 Sekunden, damit das Eigelb schön flüssig bleibt!).

Die Senf-Dill-Soße könnt Ihr Euch vom Lachsrezept abgucken. Dann braucht Ihr kurz vor dem Servieren nur noch die Tramezzini (gibt es im italienischen Feinkostladen, ganz wunderbar dünnes Toastbrot ohne Rinde) kurz in einer Pfanne angrillen, die dünnen Lachsforellenscheiben drauf platzieren, 2 pochierte Wachteleier (wie gesagt kalt oder kurz aufgewärmt), mit etwas Senf-Dill-Soße beträufeln und zur Deko ein Blättchen Dill on top. Et voilà! Knackiges Tramezzini mit frischem, zarten Fisch, das Eigelb explodiert beim Draufbeißen und vermischt sich dabei mit der Soße. Ein Gedicht, auch wenn es etwas Fingerspitzengefühl bedurfte, sich die schicke Silvester-Garderobe nicht voll zu kleckern. Daher als Tipp: die Tramezzini nicht allzu groß schneiden, damit es in einem Rutsch in den Mund passt, evtl. sogar nur mit einem Ei und dafür 2 Häppchen pro Person.

Musik ganz deep sea wie die richtigen Lachsforellen: I Follow Rivers von Lykke Li

Cranberry Salad

 

Neuerdings stechen sie einem ja auch hierzulande überall leuchtend rot ins Äuglein: Cranberries. Ich kannte die süßlich-herben Zeitgenossen bisher nur von meiner Zeit im schönen Texas, als sie meine Gastmutter zubereitete, und zwar in Form des Cranberry Salads. Er wurde bervorzugt als Teil des Buffets bei schmissigen Familienfeten dargeboten. Für mich immer der Hit – und daher reichlich mit in die 14 kg eingegangen, die ich am Ende meiner Reise zusätzlich am Leibe trug.


Insgesamt braucht man das hier:

  • ca. 2 Tassen Cranberries
  • 1/4 Ananas
  • eine Hand voll Walnüsse
  • 5 EL Zucker
  • 5 Gelatineblätter
  • 500 ml Wasser

(Der Apfel auf dem Foto ist dann doch aus dem Plan gefallen, man ignoriere ihn bitte.)

Zuerst geht’s mal ans Hacken. Ananas so:

Cranberries so:

Die Walnüsse zerbricht man einfach grob mit den Fingern.

Jetzt kommt alles gemeinsam mit Zucker und Wasser in einen Topf und wird gekocht. Die Gelatine darf solange in etwas Wasser einweichen. Das Obst muss gut kochen, denn sonst zerstören die Enzyme der Ananas später die Wirkung der Gelatine. Die Hitze aber zerstört ihrerseits die Enzyme. Also immer mal wieder ein Ananasstückchen rausfischen und kosten, sie muss weich und nicht mehr sauer schmecken, dann ist sie gut. Würde 10 Min. Kochzeit empfehlen.

So, dann einfach den Topf von der Platte nehmen, die Gelatine einrühren und den “Salat” in kleine Schälchen oder eine Schüssel gießen. Kaltstellen, bis alles schön fest ist. So sieht das aus:

Einzig wahre Musikempfehlung dazu: John Mellencamp – Jack and Diane

Falsches Quittenchutney

 

Letzten Herbst hatten wir ja alle Quittensträuche in Eppendorf unsicher gemacht. So sehr, dass wir immer noch von der damaligen Quittengelee-Produktion zehren können, trotz reichhaltigen Beschenkens der Verwandt- und Freundschaft. Es musste also was Neues her dieses Jahr: ein falsches Quittenchutney.

Warum falsch? Weil es ganz ohne Säure auskommt, und ohne Zwiebeln. Eher süß-pikant als süß-sauer. Man kann es aber natürlich nach Belieben abwandeln, etwa mit der Zugabe von Schalotten, Balsamico oder Zitronensaft.

Schmeckt als Begleitung zu Käse, Jakobsmuscheln und kurzgebratenem Fleisch. Oder einfach pur als Appetit-Öffner, wie kürzlich im Lokal1 genossen — Beitrag zum ausgezeichneten Essen dort folgt. Jetzt aber ans Chutney!

Zutaten:

  • 3 große Quitten
  • 120ml Wasser
  • 80g Zucker
  • 4 Kardamomkapseln
  • 5 Sternanis
  • 2 Zimtstangen
  • 1 Vanilleschote (aufgeschlitzt)
  • Etwas Orangeat
  • Abrieb einer Zitrone
  • Ein paar Scheiben Ingwer
  • 2 EL Honig
  • 2 EL frisch geriebenen Ingwer
  • Grüner Pfeffer
  • 2 Prisen Cayennepfeffer
  • Etwas Salz

Alle Zutaten vom Wasser bis zum Honig in einem Topf aufkochen. Derweil die Quitten schälen und in Stückchen schneiden. Dann die Quittenstückchen dazugeben und ca. eine halbe Stunde bei mitttlerer Hitze garen (mit Deckel). Wenn die Stückchen weich sind, aber noch nicht zu Mus zerfallen mit den restlichen Zutaten abschmecken. Dann ab damit in vorgewärmte Einmachgläser!

Musikempfehlung dazu: When I think of you, Janet Jackson. So schön 80s, da wird es einem selbst an verregneten Sonntagnachmittagen warm ums Herz.

Herbstmenü Teil 2: Tafelspitz-Ravioli

 

Die Vorspeise: Tafelspitz-Ravioli

Man kann vielleicht an dieser Stelle mal zugeben: Claire und ich sind ziemliche Fans vom Perfekten Dinner. Die Sucht ist schon etwas zurückgegangen, aber immer noch gucken wir gern hin, wenn die da in den Töpfen rühren. Ein Topf hat Claire nun neulich so gut gefallen, dass sie das Rezept direkt in unsere Küche getragen hat und es sozusagen in unseren Topf transferiert wurde.

Zutaten für den Ravioliteig:

  • 150 g Mehl
  • 45 g Weizengrieß
  • 2 Eier
  • Salz

 

Für die Füllung:

  • 300 g Kalbstafelspitz
  • etwas Öl
  • 2 Bund Suppengemüse (mit Möhren, Sellerie, Petersilie)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Nelke
  • 3 Pfefferkörner
  • 2 Wacholderbeeren
  • 1/2 TL Muskat
  • Pfeffer, Chili, Salz
Für die Schnittlauchcreme:

  • 6 Schalotten
  • 4 Champignons
  • 120 ml Weißwein
  • 120 ml Portwein
  • 240 ml Kalbsfond
  • 160 ml Sahne
  • 80 g Butter
  • Salz, Pfeffer, Chili
  • 1 Bund Schnittlauch

 

Für den Apfelkren:

  • Stück Meerrettich
  • 40 g Tafelmeerrettich
  • 1/2 Zitrone
  • 1 Apfel
  • Salz, Zucker

Endlich haben wir dank dieses Rezepts die perfekte Mischung für Pastateig entdeckt. Schön elastisch, und dennoch im gekochten Zustand mit genug Biss dank der Beimischung von Hartweizengrieß. Einfach alle Zutaten des Ravioliteigs zu einem glatten Teig kneten und in Klarsichtfolie im Kühlschrank ruhen lassen.

Dann geht es an die Raviolifüllung. Dazu ungefähr ein Drittel des Tafelspitzes klein schneiden und mit dem Mixer klein pürieren (Mixmesser vor dem Pürieren ins Gefrierfach legen, damit das Fleisch beim Pürieren nicht gleich durchbrät), die rohe Masse ebenfalls in den Kühlschrank stellen.

Die Zwiebel halbieren und auf der Schnittfläche in einer Pfanne ohne Fett bräunen. Die restlichen 2/3 Tafelspitz werden kurz von allen Seiten in wenig Öl angebraten und zusammen mit einem der 2 Suppengrün, der Zwiebel und einem guten halben Liter Wasser zum kochen gebracht.

Insgesamt 50 Minuten leicht köcheln lassen und nach einer halben Stunde (20 Minuten vor Garende) die Gewürze hinzufügen. Nach der kompletten Garzeit den Tafelspitz aus der Brühe nehmen und auskühlen lassen. Wer die Brühe noch für andere Rezepte aufbewahren will passiert sie durch ein Tuch. Der Rest wird entsorgt.

Die Möhren und den Sellerie des zweiten Suppengrüns schälen, in kleine Würfel schneiden und maximal 1 Minute in kochendem Wasser blanchieren, danach abgießen. Der erkaltete Tafelspitz wird ebenso in kleine Würfel geschnitten. Danach den gewürfelten Tafelspitz, das blanchierte Gemüse, die gemixte Kalbsmasse mit den Gewürzen und der feingeschnittenen Petersilie (vom zweiten Suppengrün) vermischen.

Nun für die Ravioliproduktion den Nudelteig mithilfe einer Nudelmaschine ausrollen. Eine ausgerollte Teigbahn immer jeweils in 2 Hälften schneiden, eine für unten, eine für den Deckel. Die untere Bahn auf eine bemehlte Fläche legen und die Raviolifüllung in kleinen Häufchen darauf verteilen. Um diese Häufchen herum wird die untere Bahn mit Eigelb eingepinselt. Danach wird der Deckel auf die untere Bahn gelegt und um die Häufchen herum leicht mit den Händen angedrückt. Mit einem runden scharfkantigen Gegenstand (kann auch ein Glas sein) werden die Ravioli ausgestochen.

Nun die Ravioli 3-4 Min. in Salzwasser kochen. Auf einem Teller mit Küchenpapier können die Ravioli sich dann noch erholen und frisch machen vor ihrem großen Auftritt. Dazu werden sie kurz vor dem Servieren dann in einer Pfanne mit Butter kross aufgewärmt.

Die Schnittlauchcreme war ein Traum, den Trick mit den Schalotten und Champignons sollte man sich merken, führt zu einem wirklich runden Geschmack. Also zunächst die Schalotten und Champignons in feine Scheiben schneiden und in einem Topf mit etwas Butter anschwitzen, danach mit Weißwein und Portwein ablöschen und bei kleiner Hitze kräftig einreduzieren. Anschließend mit dem Fond aufgießen und nochmals ungefähr auf die Hälfte reduzieren. Danach die Sahne hinzufügen und wiederum reduzieren lassen. Jetzt die Soße passieren, und nun zum vierten und letzten Mal einreduzieren, bis eine schön cremige Konsistenz entsteht. Mit Salz und Chili abschmecken. Der feingehackte Schnittlauch wird erst beim Servieren auf die Ravioli verteilt, weil er die Hitze nicht so gerne hat.

Für den Apfelkren den frischen Meerrettich schälen, reiben und mit dem fertigen Tafelmeerrettich vermischen. Wir haben keinen frischen Kren auffinden können (und das in Eppendorf!), aber mit reinem Tafelmeerrettich aus dem Glas war es auch frisch genug. Der gewaschene Apfel wird inklusive der Haut fein gerieben und zum Meerrettich hinzugegeben und mit Salz und etwas Zucker gewürzt. Mit frischem Zitronensaft abschmecken.

Zum Anrichten werden jeweils drei Ravioli, die zuvor in Butter geschwenkt wurden, auf einem vorgewärmten Teller angerichtet. Wenn man die Soße schön cremig mag, und auch ein bisschen Endspurtstress gerne hat, kann man noch ein paar kalte Butterflocken in die Soße schmeißen und das Ganze vor dem Servieren noch mal aufmixen. Oder gar in den Siphon füllen. Die leichte Soße dann auf die Ravioli gießen und viel gehackten Schnittlauch darüber streuen. Dazu 1-2 Häufchen des Apfelkrens als Dip anrichten.

Eine gelungene herbstlichen Vorspeise, mit fein abgestimmten Komponenten… Schmeckt fast nach österreichisch-schwäbischem Crossover, denn die Ravioli sind in Wahrheit eher kleine Maultaschen. Und der Kalbstafelspitz natürlich original K.u.K. In diesem Spirit gibt’s Falco auf die Ohren, Rock me Amadeus.

Fisch im Süßkartoffelmantel mit Korianderdressing

 

Vor Kurzem war es also so weit, ich habe mein erstes bei Pinterest entdecktes Gericht nachgekocht. Was für ein Erfolg. Es ist von Null in meine  Top 10 gefluppt. Probiert es aus, ihr werdet glücklich sein…Es stammt von diesem feinen Blog: My Life as a Mrs.

Leider ist mir kein gutes Foto gelungen. Egal, ich werde es bald noch mal kochen und dann wird das hier ersetzt :)

Für 2 Personen braucht man:

  • 2 Schollenfilets
  • 1 große Süßkartoffel
  • 1 Ei
  • 4 EL Mehl

Und für das vorzügliche Sößchen – das ich mir auch als Salatdressing super vorstellen kann:

  • 1 kleinen Bund Koriander
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • Saft von 2 Limetten
  • 50 ml Olivenöl (nicht zu bitteres)
  • 1 Esslöffel Mayo
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 1/2 TL Zucker

Zunächst mal wird der Ofen vorgeheizt auf 180°. Dann die Kartoffel raspeln und zwei Teller zum Panieren vorbereiten: eins mit verrührtem Ei und eins mit dem Mehl.  Jetzt erhitzt Ihr etwas Öl in einer Pfanne und macht den Schollenfilets zwei Bettchen aus der Hälfte der geraspelten Süßkartoffeln. Die Filets in Ei und Mehl wenden und dann auf die Bettchen legen. So lange braten, bis die Süßkartoffeln am Rand schon etwas bräunlich werden. Dann hebt man zunächst einen Fisch mitsamt seines Bettes mit einem großen Schlitzwender hoch. Schnell ein neues Bett in die Paffe setzen – Ihr habt ja noch Süßkartoffel übrig. Jetzt wird’s spannend. Mit einem schnellen und gezielten Schwenker muss der Fisch so gewendet werden, dass er genau auf seinem neuen Bett landet. Mit dem anderen Fisch soll dasselbe passieren. So. Das Schlimmste wäre geschafft. Jetzt soll das auch ca. 5 Minuten brutzeln und dann kommen die Fische in eine feuerfeste Form und ab in den Ofen. Nur für max. 10 Minuten. Fertig.

 

Das Koriander-Dressing ist in der Zeit-Nutzen-Relation quasi ein Supermann. Man schmeißt einfach alle Zutaten zusammen und stäubt sie ordentlich mit dem Pürierstab durcheinander. So sieht das dann aus:

 

 

 

 

 

 

 

Dazu kann man etwas Salat oder Reis reichen – was immer man mag.
 
Musikempfehlung: Yelle – Je veux te voir

 

Bananenbrot mit Walnüssen

 

Ein Bananenbrot für jeden Anlass. Besonders lecker aber ganz ohne Anlass.

Zutaten:

  • 120g weiche Butter
  • 100 g brauner Zucker
  • Salz
  • 50 g sehr reife Bananen
  • 2 Eier
  • 250 g Mehl
  • 2 TL Natron
  • 100 g Walnüsse
  • Mehl zum Bearbeiten

Butter, Zucker und Salz cremig schlagen. Bananen zerstampfen und unter die Masse rühren, Eier nacheinander unterrühren. Dann Mehl mit Natron mischen und zusammen mit den Nüssen unter den Teig heben. Jetzt eine Kastenform ausfetten, Teif einfüllen, glatt streichen und ab in die Röhre – 50 Minuten, 180°.

Musik: Paul Weller – Broken Stones

Brunch mit Käse von Thieles Stand auf dem Isemarkt

 

Für Schwiegermamas Besuch wird richtig groß aufgefahren. Da ist das Beste gerade gut genug. Deshalb zum Brunch am Samstagmorgen: Käse-Spezialitäten vom Wochenmarkt.

Mit von der Partie sind zur Hälfte Heilige:

  • Saint Marcellin: Zerfließender Kuhmilch-Traum, gemeinsam mit seinem etwas größeren Verwandten Saint Félicien seit Jahren in meinen Top3 (Geschmack vom Papa geerbt). Leider nicht im Tontopf, aber dennoch auf den Punkt gereift.
  • Pérail des Cabasses: Relativ flüssiger Ziegenmilchkäse, Konsistenz 1A aber geschmacklich für mich persönlich fast einen Tick zu mild, trotz Ziege.
  • Pouligny Saint Pierre: Besteht aus Ziegenmilch, die durch die Zugabe von Lab gerinnt. Danach wird das Ganze pyramidenförmig ein paar Wochen getrocknet. Voller, nussiger Geschmack und tolle Optik aber doch relativ trocken.
  • Saint Vernier: Für mich eine absolute Entdeckung, Kuhmilchkäse aus dem Jura, dessen Rinde täglich mit Weisswein abgerieben wird. Eine Offenbarung, fein ausbalanciertes Aroma, kräftig und dennoch unendlich cremig.
  • Saint Agur: Blauschimmelkäse auf Doppelrahm-Niveau, und das merkt man! Ist ja keine traditionelle Herkunftsbezeichnung, sondern ein Markenname (es gibt den Käse in Frankreich auch in Plastikverpackung im Kühlregal im Supermarkt). Trotz industrieller Produktion perfekt für mich.
  • Brie de Meaux: Der Klassiker aus der Champagne und Julianas (neuer) Lieblingskäse. Wunderbar cremig und auf den Punkt.
  • Reblochon: Definitiv nicht mein Lieblingskäse… Schmeckt zu sehr nach Skistiefeln-Geruch, nicht subtil genug für meine Geschmacksknospen. Übrigens ein wichtiger Bestandteil der Tartiflette, eines Kartoffelauflaufs aus der Savoie — der nach langen Skitagen hingegen genau das Richtige ist.
  • Parmigiano-Reggiano: War ehrlicherweise nur alibi-mäßig auf der Platte, weil der ganze Käse aus dem Kühlschrank raussollte. War gar nicht von Thiele und wurde während des Brunchs auch nicht angerührt. Kam dann dafür aber abends auf den Fenchel-Tortellacci und Möhre-Mandel-Ravioli mit Orangensauce wunderbar zur Geltung. Die waren übrigens von den Pastafrauen, auch sehr empfehlenswerter Stand auf diversen Wochenmärkten in Hamburg.

Fazit: Mission erfüllt, Schwiegermama beeindruckt und selbst geschlemmt ohne Ende. Und der Einkauf ging auch noch nett vonstatten mit einem schier unendlich großen Sortiment sowie sehr kenntnisreichen und sympathischen Mitarbeitern — jeder Käse darf vor dem Kauf (oder Nicht-Kauf) sogar probiert werden. Jede erworbene Käsesorte war auf den Punkt gereift, alles andere ist dann persönlicher Geschmack. Wenn doch der Isemarkt auch am Samstag stattfinden würde, dann müsste man bis zum nächsten Thiele-Schmaus nicht auf einen Freitag mit Home-Office warten. Na ja, vielleicht doch besser für meine Hüften und meinen Geldbeutel.

Kann mich zwischen Fremdpulen und Küche als Kategorie nicht entscheiden, deshalb wird’s einfach in beide gesteckt. Obwohl der Fremdanteil in diesem Falle doch nicht unerheblich ist. Gegenüber der Schwiegermama wird es natürlich andersrum ausgedrückt.

 

Musikempfehlung: The Mamas & the Papas – California Dreaming

 

 

Datteln im Speckmantel

 

Keine Angst, die schmecken bedeutend besser, als sie aussehen.

Ganz einfach, ganz bombig. Diese kleinen Granaten sind das Allheilmittel gegen Heimweh, Herzschmerz, Tränensäcke, Albträume und allgemeine Sehnsucht. Und sie sind die besten Freunde des Doppelkinns.

Einfach Datteln den Kern entreißen, Gorgonzola reinstopfen und alles gut mit Bacon umwickeln. Ich nehme für eine Dattel immer die Hälfte eines handelsüblichen Baconstreifens. Von allen Seiten anbraten (man braucht kein Öl, hihi). Fertig.

Musikempfehlung: Rufus Wainwright – Cigarettes & Chocolate Milk. Wer sich fragt warum, der höre sich das Lied an. Hach. Heijeijei.