Schwarzwurzel-Cappuccino

Schwarzwurzeln sind für mich duftende, erdig-wohlige Erinnerungen an die Küche meiner Großeltern. Noch heute denke ich beim Biss in die Wurzel an meine Oma, wie sie sie mit  Kartoffeln und einem gehörigen Schlag Butter auftischt.

Meine Oma hatte vermutlich in ihrem ganzen Leben nie etwas von Cappuccino gehört. Aber diese Version der Schwarzwurzel hätte ihr bestimmt auch geschmeckt:

(Nach einem Rezept von Paules ki(t)chen)

Zutaten:

  • 1 kg Schwarzwurzeln
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 250 ml Weißwein
  • 200 ml Sahne
  • 1 Vanilleschote
  • 2 EL Essig
  • 2 EL Butter

Zunächst die Schwarzwurzeln schälen und in Stückchen schneiden. Dabei am besten Gummihandschuhe anziehen, sonst machen die Hände nachher dem Schwarzen der Wurzel alle Ehre. Die Stückchen schnell in 2 l Wasser mit Essig werfen, damit sie nicht braun werden.

Jetzt Butter in einem Topf warm machen. Die Schwarzwurzeln abtropfen und in der Butter schwenken. Dann Brühe, Wein sowie das Vanillemark und die ausgekratzte Schote dazu. Solange bei halb offenem Topf köcheln, bis die Wurzeln gar sind.

Jetzt die Schote rausfischen und alles pürieren. Am besten ein Geschirrtuch um den Mixer und über den Topf legen, sonst fliegt einem alles um die Ohren. Wenn der Brei schön fein ist, füllt man ihn in das Geschirrtuch und presst ihn über einer Suppenschüssel aus. Solange und so kräftig, bis man nicht mehr kann und eine Stärkung braucht. Die kommt auch gleich, nur noch schnell die Sahne steif schlagen. Dann Süppchen in Gläser füllen, einen Klacks Sahne drauf und losschlürfen.

Musikempfehlung: Peter Licht – Das absolute Glück

 

Süßkartoffel-Bühne für Scampi

 

Kurz und bündig: Man koche und püriere ein paar Süßkartoffeln zu einem cremigen Brei. Wenn die Kartoffeln richtig gut sind, muss man gar nicht würzen, ansonsten etwas Muskat und evtl. ein paar Ingwerstückchen rein.

Scampi ins heiße Olivenöl schmeißen und mit Zitronenscheiben, Knoblauchzehen (vorher einmal kräftig draufdrücken), Chili und Ingwerscheiben anbraten.

Die Süßkartoffeln in der Mitte des Tellers auftürmen (wenn’s geht mit Metallring) und die Meerestierchen sanft darauf platzieren. Noch etwas Zitrone drüber und los!

Musik dazu: Patrick Watson – Man under the Sea

Oooh Schoko-Lollipop!

Es wird kalt, wir brauchen was Warmes. Was Kakaoiges. Etwas, was die Würze des Südens ins Stübchen bringt. Meine Empfehlung: selbstgemachte Schokolollies. Sie sind ganz schnell herzustellen und werden dann einfach in heiße Milch eingerührt. Auch als Geschenk bestens geeignet.

Man nimmt also reichlich Schokolade mit möglichst hohem Kakaogehalt – keine Kuvertüre. Diese schmilzt man im Wasserbad und rührt nach Belieben Gewürze in Pulverform ein, z.B. Kardamom, Zimt, Anis, Chili …

Jetzt füllt man die Schoki in Eiswürfelbehälter und steckt kleine Plastiklöffelchen rein.

Vor allem der Optik halber kann man nun noch Lavendelblüten, Nüsse oder kleine getrocknete Pflaumenstückchen draufsetzen. Dann ab in den Kühlschrank damit. Wenn die Schokolade fest ist, sind die Lollies fertig und können mit ein wenig Fingerspitzengefühl aus den Behältern gezogen werden. So, jetzt schnell in die Milch und rühren, rühren, schlürfen!

Auch das Ohr soll mitgenießen. Dazu am besten Moneybrother – Stormy Weather.

Rockin‘ and a’rollin‘ Chili Crab!

 

Es ist soweit, ich präsentiere mein liebstes Lieblingsgericht von die janze Welt. Einen Megastar der Krabbendisco: Chili Crab.

Was man braucht:

  • Rock’n’Roll
  • 2 kg Schlammkrebse, am besten nur die Scheren
  • 2 EL Öl
  • 1 Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 3 TL Ingwer
  • 3 Chilies
  • 2 Tomatendosen
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 EL brauner Zucker
  • 2 TL Reisessig
  • 3 Zitronenblätter

Erstmal muss man die Scheren einhauen. Etwa so:


Jetzt die Krebse in heißem Öl anbraten, bis sie knallrot sind. Dann beiseite stellen.

Die Zwiebel hacken und glasig braten. Chili, Knoblauch und Ingwer dazu und kurz mitbraten. Tomaten, Sojasauce, Zucker, Essig, Zitronenblätter und 125 ml Wasser dazugeben. Köcheln lassen, bis die Sauce leicht eindickt. Dann die Krebse dazugeben und alles noch mal so 8 Minuten köcheln lassen. Die Krebse dabei immer mal wenden.

Na dann Lätzchen um und los! So lange, bis der Tisch so aussieht:

Musik dazu: Element of Crime – Bring den Vorschlaghammer mit

Hasta la pasta siempre: die Pastafrauen.

Man entschuldige den Titel – und konzentriere sich auf folgenden Rat: Unbedingt auf dem Hamburger Ise- oder Goldbekmarkt (vermutlich auch auf allen anderen Wochenmärkten) die Pastafrauen aufsuchen. Möglichst früh, denn das Beste ist schnell weg. Kein Wunder.

Besonders lecker sind die großen Tortelacci. Sie sind jedes Mal mit einer anderen verwegenen Kombination gefüllt und wir haben bis zum heutigen Tag (eingeschlossen) keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Grundzutat Ricotta wurde schon mit Orange und Chili, mit Birne und Salbei, mit Artischocke und Limette u.v.m. probiert und für hinreißend befunden.

Man schmeißt die Tortelacci übrigens einfach in kochendes Wasser, schaltet den Herd aus und lässt sie noch 15-20 Minuten ziehen. Dann kann man sie auf einem Salat servieren oder pur mit Butter und etwas Parmesan. Oder, wie wir heute, auf einer Orangenreduktion. Dazu den Saft von einer Orange und einer halben Zitrone mit einer Chilischote reduzieren lassen und Butter einrühren. Noch kurz köcheln lassen, fertig. Pro Person reichen zwei Stück.

 

Musik dazu: Josh Rouse – Italian Dry Ice

Thailändische Fischfrikadellen


Zwei Personen brauchen:

  • 250 g weiße Fischfilets (z.B. Seelachs)
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 TL Fischsauce
  • 1 Ei
  • 1 EL Koriandergrün
  • 1 EL rote Currypaste
  • 1 kleine rote Chili
  • 50 g grüne Bohnen (besser: lange Bohnen)
  • 2 kleine Frühlingszwiebeln

Den Fisch pürieren und mit Stärke, Fischsauce, Ei, Koriander, Currypaste ud Chilis mischen. Bohnen und Frühlingszwiebeln unterheben.

Kleine Frikadellen formen und goldbraun anbraten. Dazu am besten Chilisauce.

Musikempfehlung: Gotye – State of the Art

 

 

Frühstücksküsschen: Blaubeer- und Pfirsichkuchen

Mindestens genauso toll wie ein Wort mit drei Üs ist dieser kleine Backblechschmaus. Schon allein seinetwegen habe ich fast immer eine Rolle Blätterteig zu Hause.

Also, Blätterteig auslegen, er soll sich auf dem Blech ein paar Minuten entspannen und auf Raumtemperatur kommen. Währenddessen lässt sich der Kühlschrank nach passenden Zutaten durchsuchen. Es lohnt sich, Verwegenes auszuprobieren – das Schadensrisiko ist ja begrenzt. Meine Version hier ist weniger verwegen, hat sich aber trotzdem als fein erwiesen. Dazu Blaubeeren auf die eine Seite, Pfirsichscheiben auf die andere. Über die Blaubeeren Walnüsse und reichlich Puderzucker streuen. Über die Pfirsiche Ziegenkäse, Hönig, und was man so an Kräutern da hat – Rosmarin, Thymian, Oregano…Ich bevorzuge immer nur jeweils eine Kräutersorte, aber ist Geschmacksache. Schließlich über alles kleine Creme Fraiche Flöckchen tupfen.

Jetzt bei 180° für 20 Minuten in den Ofen.

Kurz vor dem Servieren die Blaubeeren noch mal kräftig einpudern.

Musikbegleitung: Feist – Inside & Out