Galettes

 

Es begab sich vor einiger Zeit, als ich einen geschätzten Freund während seines Austauschsemesters in der Champagne besuchte. Er kannte meine Verfressenheit und fuhr uns beide tief in die campagne (sic). Dort wartete ein kleines Häuschen mit dampfendem Schornstein. Angeblich die weltbeste Crêperie. Die gesamte Bevölkerung Frankreichs saß an diesem Abend in dem Häuschen – so ließ zumindest das Szenario vermuten.

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Dessert-Terzett: Schokotörtchen, Kaffee-Panacotta, Orangensoße

Für diesen kleinen Zuckerzirkus hat uns mal wieder die grandiose Nicole Stich mit ihrem Buch zum Blog geholfen. Übrigens mit Abstand das Kochbuch, das wir uns am häufigsten schnappen, wenn wir Inspiration brauchen. Panacotta und Schokotörtchen sind mit leichten Abwandlungen direkt von Frau Stich. Als los geht’s . Eins nach dem anderen.

Die Schokotörtchen. Solche mit flüssigem Kern. Jawoll.

Ihr braucht für den Teig:

  • 200 g Butter (plus Butter zum Einfetten vom Muffinblech)
  • 200 g dunkle Schoki (60-70 % Kakao)
  • 200 g Zucker
  • 4 Eier
  • 3 EL Mehl

Für die Deko:

  • 150 g weiße Schoklade
  • 2 EL gehackte Pistazien

Für den Teig die Schoki zerbrechen und mit der Butter überm Wasserbad schmelzen. Das ist so toll, das könnte ich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen machen.

Dann den Zucker untermengen und alles ein paar Minuten abkühlen lassen. Nun vorsichtig die Eier mit einem Löffel einrühren. Eins nach demanderen. Alles muss schön schlabberig werden. Dann das Mehl einrühren. Und dann sieht das unglaublich fantastisch aus. Reißt Euch zusammen, aus dem Teig sollen noch Törtchen werden!

Jetzt ein Muffinblech mit Butter einreiben und den Teig einfüllen. Er sollte für 20 Törtchen reichen. Die kleinen Dicken für 15 Minuten bei 190° backen. Dann 10 Minuten auskühlen lassen und aus der Form stürzen. Die weiße Schoki auch über dem Wasserbad schmelzen und die abgekühlten Törtchen damit einpinseln. Schließlich noch ein paar Pistazien drübba.

So, weiter geht’s mit dem Panacotta.

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Sahne
  • 50 g brauner Zucker
  • 1 Vanilleschote
  • 3 TL Kaffeebohnen
  • 2 1/2 Blatt Gelatine
  • 100 ml Kaffeelikör

Sahne und Zucker in einem Topf erhitzen. Das Vanillemark aus der Schote kratzen und mit der Schote zur Sahne geben. Die Kaffeebohnen grob zermörsern und auch mit rein. Sahne jetzt 10 Minuten köcheln lassen und immer mal wieder umrühren.

Dann die Sahne durch ein feines Sieb geben und 2 Gelatineblätter (vorher eingeweicht) einrühren. Und schon kann das Ganze in kleine Gläschen:

Die Gläschen für ca. 2 Stunden in den Kühlschrank geben und dann die Kaffeeglasur vorbereiten: Einfach den Likör ca. 5 Minuten kochen und dann den Rest Gelatine einrühren. Die Soße ca. 10 Minuten auskühlen lassen und dann vorsichtig über das Panacotta geben. Dann alles zurück in den Kühlschrank. Nach etwa 2 Stunden rausholen und auffuttern.

Nun noch zum Orangensößchen. Gibt dem Dessert noch was Fruchtiges, was bei dem ganzen Zucker echt nicht schlecht ist.

Zutaten:

  • 4 Orangen
  • 1/2 Zimstange
  • 1 Anisstern
  • 2 Nelken
  • 1/2 Vanilleschote
  • 1 EL kalte Butter
  • 1 EL Calvados

Zunächst alle Orangen filettieren. Dabei bleibt immer ewig viel Fleisch übrig. Das nehmen wir beherzt in die Hand und quetschen es ordentlich über einer Pfanne aus. Dabei am besten an unnette Menschen denken.

Alle Gewürze mit zum Saft geben und alles eine Weile köcheln lassen. Dann absieben und die Butter einrühren. Jetzt das Sößchen mit den Orangenfilets zurück in die Pfanne und wieder kurz köcheln lassen. Zum Schluss noch den Calvados dazu, fertig.

Wir empfehlen dazu zunächst Yeah Yeah Yeahs – Bang! und dann einen Schluck harten Schnaps zum Verdauen. Cheers.

feat. Katrin: Mascarpone Ricotta Cheesecake

Juuhuuu! Der erste Gastbeitrag hält Einzug in der Krabbendisco. Das Mikro geht an Katrin mit ihrem Ofenhit “Cheesecake”:

Claire trifft ein, es ist der Tag vor meinem Geburtstag und morgen wird aufgefahren also hilft sie mir denn es gibt Butternußkürbismuffins mit Lavendel und Orange, Schokoladentarte mit Himbeeren und vor allem Mascarpone Ricotta Cheesecake!

Wir haben also eine kleine Backsession gemacht und weil Claire der Cheesecake so gut gefallen hat hier das Rezept:

Man nehme

Für den Boden:

  • 40g Amarettini
  • 40g Eierplätzchen
  • 70g Cantuccini
  • 60g Butter, zerlassen

Ich nehme meist nur Amarettini und Cantuccini, die ich dann im Mörser zerstoße, ich finde es toll wenn noch ein paar große Mandelstücke drin sind, aber man kann die Kekse natürlich auch fein mahlen. Mit der Butter vermischen. In eine 24 Springform geben und auf dem Boden fest drücken. Es hilft ungemein, den Kuchen vom Boden zu bekommen, wenn man diesen vorher mit Backpapier auslegt. 10 Minuten bei 190°C backen. Auskühlen lassen.

Für die Füllung:

  • 750g Ricotta
  • 100g Mascarpone
  • 150g Zucker
  • 3 Eierplätzchen
  • 1 TL Zitronensaft
  • ½ TL Salz
  • 2 EL Stärke

Ricotta und Mascarpone mixen. Weiterrühren und den Zucker hinein rieseln lassen. Kleiner Tipp, nehmt Muscovadozucker der ist teuer aber hat einen ganz besonderen Geschmack, einziger Nachteil, der Kuchen bekommt die Farbe einer Oma-Unterhose. Dann die Eier unterrühren gefolgt von Zitronensaft und Salz, ganz am Schluss die Stärke.

Die Füllung auf den Boden geben und 35 Minuten backen. Der Kuchen kommt wabbelig aus dem Ofen, keine Sorge das ist normal. 20 Minuten abkühlen lassen, dann kommt die Glasur.

Für die Glasur:

  • 200g Mascarpone
  • 150g saure Sahne
  • 50g Zucker
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 Prise Salz

Mit einem Schneebesen Mascarpone und saure Sahne verrühren, Zucker (hier könnt ihr jetzt weißen nehmen, als Kontrast zur Oma-Unterhose), Zitronensaft und Salz unterrühren. Über den Küchen gießen und 10 Minuten backen. Kuchen aus dem Ofen nehmen, mit einem dünnen Messer am Rand entlang fahren und ab damit in den Kühlschrank, am Besten über Nacht. Eventuell mit Blaubeeren belegen. Am nächsten Tag aus der Form lösen und servieren.

Musikempfehlung: Dusty Springfield – Just a little lovin’

Zwiebelkuchen: Straußwirtschaft für Zuhause

 

wie schön sind sie doch, die abende inmitten badischer weinreben im lauen spätsommer, oder ist es dann schon frühherbst? egal, beides toll. also, lecker weinchen und kalte platte mit bibbeleskäs. oder eben zwiebelkuchen mit neuem wein. problem: gibt’s alles nicht in norddeutschland.

lösung: selber machen, mit frischem hefeteig. nur mit den reben wird’s schwierig.

für den hefeteig brauchen wir 250g mehl, 50g butter, 1/2 würfel hefe, etwas salz und zucker, sowie 15cl lauwarme milch.  erstmal vorteig produzieren, mit zerbröselter hefe und einem teil der milch, danach noch zucker und teil des mehls dazu. abgedeckt an warmem ort gehen lassen, bis sich das volumen verdoppelt hat. dann ist es an der zeit, den rest des mehls und der milch hinzuzufügen. muskeln spielen lassen beim durchkneten, dann butter dazu. nochmal gehen lassen, und dann mit dem teig die form auslegen.

für den belag brauchen wir 1/2 kilo zwiebeln (ist ja schließlich zwiebelkuchen!), gute portion butter, etwas salz, ein bisschen mehl, 2 eier, 1/2 becher sahne. und zum bestreuen etwas kümmel (für geschmack und verdauung), 75g speck und nochmal ein bisschen butter. erstmal fein gewürfelte zwiebeln 10-15 min in der butter glasig dünsten (nicht karamelisieren), dann das bisschen mehl dazu zum binden. die ganze chose abkühlen lassen. wenn die form mit dem teig ausgelegt ist die 2 eier und die sahne einrühren, und mit salz abschmecken, das mögen die zwiebeln gern. dann ab damit in die form, am besten wenn der teig schon etwas gegangen ist. schinken, kümmel und butterflocken drauf und ab in die röhre für ca. 4o min bei 200 grad.

frisch aus dem ofen in den magen, runtergespült mit neuem wein. schmeckt auch auf dem hamburger balkon 1a.

es kann nur eine musikempfehlung geben: das badnerlied. auf hamburger balkonen lieber nicht zu laut. aber trotzdem hand aufs herz. und dann wieder insgeheim im heimblock freuen, wenn freiburg wieder gegen den hsv gewinnt.

p.s. mitte november ist weder spätsommer noch frühherbst, aber clairinho ist notorisch faul. deshalb hat sie es 2 monate vor sich hergeschoben, diesen beitrag zu schreiben.

Bananenbrot mit Walnüssen

 

Ein Bananenbrot für jeden Anlass. Besonders lecker aber ganz ohne Anlass.

Zutaten:

  • 120g weiche Butter
  • 100 g brauner Zucker
  • Salz
  • 50 g sehr reife Bananen
  • 2 Eier
  • 250 g Mehl
  • 2 TL Natron
  • 100 g Walnüsse
  • Mehl zum Bearbeiten

Butter, Zucker und Salz cremig schlagen. Bananen zerstampfen und unter die Masse rühren, Eier nacheinander unterrühren. Dann Mehl mit Natron mischen und zusammen mit den Nüssen unter den Teig heben. Jetzt eine Kastenform ausfetten, Teif einfüllen, glatt streichen und ab in die Röhre – 50 Minuten, 180°.

Musik: Paul Weller – Broken Stones

Macarons: Pariser Lüftchen in Hamburg

 

Zugegeben, diese Macarons sind zwar luftig anzusehen, beherbergen aber eine durchaus als Wuchtbrumme zu betitelnde Wuchtbrumme in ihrem Herzen. Dennoch, in der ersten Millisekunde – da die Zähne die obere hauchzart-knackige Schicht durchbrechen – fühlt man sich, als könnte man ganz Paris überfliegen. Und dann, wenn man zum Kern durchdringt und die ganze Unverschämtheit des Zutatengemischs zu spüren bekommt, dann ist es, als müsste man den Erfinder der Macarons mit einer ihn der Lebensgeister beraubenden wonnigen Umarmung bestrafen. Um ihn dann mit 1000 Dankesküsschen wiederzubeleben.

Jetzt aber schnell das Rezept:

Grundteig für 40 Macaronhälften:

  • 4 Eiweiß
  • 10 g Zucker
  • 180 g Puderzucker
  • 110 g ganz fein gemahlene Mandeln
  • 1 Prise Salz
  • Lebensmittelfarbe in Pulverform

Puderzucker und Mandeln durchsieben und mit der Farbe mischen. Eiweiß mit Salz steif schlagen, Zu cker langsam einrieseln lassen und weiterschalgen, bis alles richtig fest ist. Jetzt das Eiweiß sachte unter die Mandelmasse heben. Alles in eine Spritztüte füllen und kleine Klekse (ca. 3 cm Durchmesser) auf zwei Backbleche spritzen.

Die Kleinen 30 Minuten trocknen lassen, dann bei 150° ca. 10 Minuten backen. Aber aufpassen, lieber etwas zu kurz, als zu lang. Wenn sie rauskommen, lege ich immer ein Geschirrtuch drauf, damit sie sich nicht erschrecken, verkühlen und in sich zusammenfallen.

Jetzt müssen sie noch mal trocknen. Je länger, desto besser, mindestens aber über Nacht.

Die besten Füllungen:

Pistazie: 100 g Mascarpone und 10 g Zucker verrühren. 50 ml Sahne steif schlagen unter die Mascarpone heben und noch mal steif schlagen. 25 g fein gehackte Pistazien dazugeben.

Schokolade: 125 g Zartbitterschokolade zerkleinern und in eine Schüssel geben. 100 ml Sahne und 10 g Zucker in einem Topf erhitzen und über die Schoki gießen. 25 g Butter dazugeben und rühren, bis alles geschmolzen ist.

Vanille: 125 g weiche Butter und 79 g Puderzucker mit dem Mixer rühren, bis eine schaumige Masse entsteht. 90 g gemahlene Mandeln und das Mark einer Vanilleschote dazugeben und noch mal mixen, bis eine luftige Buttercreme entsteht.

Erdbeere: 150 g Erdbeere mit 10g Puderzucker pürieren. 100 g weiße und 50 g Vollmilchschokolade im Wasserbad schmelzen. Erdbeermus durch ein Sieb in die Schokolade streichen und zu einer glatten Masse vermengen.

So, jetzt muss die Masse nur noch zwischen die Hälften. Am besten erst direkt vorm Servieren. Und schön dünn.

Musikempfehlung: Florent Pagny – ma liberté de penser

Vijas Eierlikörtorte

Hoch leben die Achtziger!!

4 Eigelb
200 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
schaumig schlagen

200 g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
2 TL Backpulver
2 TL Kakao
zur Masse geben

4 Eiweiß
schlagen und unterheben

Teig bei 180° 30-45 Minuten backen und anschließend erkalten lassen.
Mit Rum beträufeln, 1 Glas Preiselbeermarmelade darüber streichen. Mit 2 Bechern geschlagener Sahne toppen und obendrauf, ja, den Eierlikör.

Hier kann es keine andere Musikempfehlung geben, als die hier: What a feeling

Nusstörtchen von Julianas Oma

Wahnsinnstörtchen – ohne meine Oma leider nur noch halb so lecker. Man sollte sie trotzdem probieren. Unbedingt. Bei mir gibt’s kein Weihnachten ohne.

Teig:
220 g Mehl
140 g Butter
80g Zucker
1 Ei

Alles kneten, ruhen lassen, ausrollen, ca. 7 cm große Kreise ausstechen. Ca. 10 Minuten bei 180° backen.

Füllung:

125 ml Milch
80 g Zucker
100 g Walnüsse (gemahlen oder im Mörser zerkleinert)
2 EL Mehl
Unter Rühren aufkochen, etwas abkühlen lassen.

100 g Butter
2 EL Rum
Schaumig schlagen und unter den Rest heben.

Evtl. mit Kaffeeglasur (Puderzucker+Espresso) und Walnusshälften dekorieren.

Musik dazu, das einzig wahren Weihnachtslied, zumindest bei den Hirsings: Luciano Pavarotti – Ave Maria

Leb- und Käsekuchen von Claires Oma

Jedes Jahr im Oktober/November klingelt es irgendwann an der Tür. Dann heißt es: Juchheissassa, Omas Lebkuchen sind da!

Und hier kommt das Rezept, natürlich in der Oma-Originalfassung:

 

Wer einmal Omas Backkünste getestet hat, kann gleich weitermachen mit dem Käsekuchen. Leider gibt es hier (noch) kein Foto, weil wir immer zu gierig waren und der Kuchen weg war, bevor die Kamera kam.

Unsere Musikempfehlung – hoffentlich auch im Sinne der Oma: Wiener Sängerknaben – Ihr Kinderlein kommet.

Frühstücksküsschen: Blaubeer- und Pfirsichkuchen

Mindestens genauso toll wie ein Wort mit drei Üs ist dieser kleine Backblechschmaus. Schon allein seinetwegen habe ich fast immer eine Rolle Blätterteig zu Hause.

Also, Blätterteig auslegen, er soll sich auf dem Blech ein paar Minuten entspannen und auf Raumtemperatur kommen. Währenddessen lässt sich der Kühlschrank nach passenden Zutaten durchsuchen. Es lohnt sich, Verwegenes auszuprobieren – das Schadensrisiko ist ja begrenzt. Meine Version hier ist weniger verwegen, hat sich aber trotzdem als fein erwiesen. Dazu Blaubeeren auf die eine Seite, Pfirsichscheiben auf die andere. Über die Blaubeeren Walnüsse und reichlich Puderzucker streuen. Über die Pfirsiche Ziegenkäse, Hönig, und was man so an Kräutern da hat – Rosmarin, Thymian, Oregano…Ich bevorzuge immer nur jeweils eine Kräutersorte, aber ist Geschmacksache. Schließlich über alles kleine Creme Fraiche Flöckchen tupfen.

Jetzt bei 180° für 20 Minuten in den Ofen.

Kurz vor dem Servieren die Blaubeeren noch mal kräftig einpudern.

Musikbegleitung: Feist – Inside & Out