Mit Sarah Wiener nach Asien

Wir fragen uns oft, für welche Landesküche wir uns entscheiden würden, wenn wir unser Leben lang nichts anderes mehr essen dürften. Claire fällt meist als erstes Japan ein, wo wir wohl bis jetzt die variantenreichste und überraschendsten Gerichte entdeckt haben. Ich denke an Thailand. Oder doch tagein tagaus vietnamesische Pho Bo und leckere Glücksrollen? Nunja, schwierig. Aber eins steht fest: Asien steht ganz oben auf der Liste.

 

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Heute brau ich …

 

… mir drei ganz feine Käffchen …

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ich beim Thema Kaffee empfindlich bin. Eine äußerst unsympathische Marketingwalze macht mir seit Längerem schlechte Laune. Sie lässt das fantastische Gebräu oft so außerordentlich unwürdig daherkommen. In enorm fragwürdigen fröhlich-bunten Alukapseln. In größenwahnsinnigen Pappbechern. Mit Milch auf eine piefige Nuance reduziert. Gern auch noch mit Karamellpampe zugepappt.

Umso schöner, dass neulich ein Probierpaket der Firma Coffee Circle (www.coffeecircle.com) ins Haus flatterte. Schon der erste Eindruck war sehr verlockend: schickes Design, keine Spur von Kapseln. Die pure, ganze Bohne in drei Sorten:

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Und dann lag da noch etwas im Paket, das mir von Berufs wegen gleich auf- und gefiel. Eine hübsche, ausführliche Broschüre, der man anmerkt, dass da wahre Kaffeeliebhaber am Werk sind. Ich fing an zu lesen, wechselte irgendwann ins Internet und informierte mich gefühlte fünf Stunden über Kaffee. Ich lernte z.B., dass eine Kaffeepflanze drei Jahre wachsen muss, bevor sie Früchte trägt. Und dass nur zwei der rund 60 Kaffeesorten am Weltmarkt angeboten werden: Arabica und Canephora. Ob man die anderen wohl auch mal irgendwo kosten kann? Außerdem war mir gar nicht bewusst, was man beim Thema Kaffee aufbewahren alles beachten sollte. Mein persönlicher Tipp ist ja: offene Packungen immer ins Gefrierfach.

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Ach, ich mag das. Das mit dem “Nimm Dir Zeit”. Dazu passt auch meine kleine Kaffeemühle von der Uroma, die ich endlich mal wieder befüllte und genüsslich an ihr drehte. Spaß macht das.

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So. Begonnen habe ich gleich – wie sich natürlich erst hinterher herausstellte – mit meinem Favoriten: Limu. Recht mild und im guten Sinne “interessant”. Locker-leicht und völlig unkompliziert. Passt zu einem Picknick auf einer frischen Sommerwiese.

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Als nächstes war Yirgacheffe an der Reihe. (Die Kaffees werden übrigens bei Coffee Circle alle nach dem Ort ihres Anbaus benannt.) Yirgacheffe schmeckte etwas satter und gesetzter. Erwachsener vielleicht. Statt Blumenwiese stelle ich mir hier eher ein Straßenkaffee vor, in dem ältere Männer streiten und witzeln und der Sonne ihre Nasen entgegenrunzeln.

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Als Letztes stand der Espresso an. Dazu muss man sagen, dass es sich bei mir nun nicht wirklich um Espresso handelte, da ich meinen Kaffee generell mit einer Mokkakanne koche. Dabei durchzieht der Wasserdampf den Kaffee ja relativ langsam – beim Espresso hingegen muss das Wasser bekanntlich mit viel Druck durch das Kaffeepulver gepresst werden.

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Außerdem habe ich durch die Mahlung in meiner Mühle ein recht grobes Pulver bekommen. Somit musste ich auf eine Crema verzichten. Dennoch, der Espresso hat gemundet. Was kurios war: Ich hatte bei dem Geschmack unglaublich Lust auf ein Stück getrocknete Salami.

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Insgesamt fand ich die drei Sorten sehr besonders. Vielleicht war ich schon etwas gebrainwasht von der Tatsache, dass alle drei Kaffees in Waldgärten wachsen. Aber genau diesen Eindruck hatte ich: natürlich, blumig, waldig, ehrlich. Und so angenehm leichtfüßig und beschwingt.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Coffee Circle für die kostenlose Bereitstellung des Kaffees. Natürlich wurde ich wie immer für diesen Artikel nicht bezahlt und habe nur meine ganz persönliche Meinung wiedergegeben.

Als musikalische Begleitung empfehle ich einen kleinen Ausflug ins Heimatland der drei Kaffeesorten – nach Äthiopien: Kassahun Taye Aka Sora Yenesu

Galettes

 

Es begab sich vor einiger Zeit, als ich einen geschätzten Freund während seines Austauschsemesters in der Champagne besuchte. Er kannte meine Verfressenheit und fuhr uns beide tief in die campagne (sic). Dort wartete ein kleines Häuschen mit dampfendem Schornstein. Angeblich die weltbeste Crêperie. Die gesamte Bevölkerung Frankreichs saß an diesem Abend in dem Häuschen – so ließ zumindest das Szenario vermuten.

Ich wollte direkt mal 2-3 Galettes bestellen – schließlich hatte ich einen Bärenhunger und von Crêpes kann man ja auch so einige essen. Der Freund, der Gute, befahl mir, nur einen zu bestellen. Mit Bacon, Ei, Bechamel und Radicchio – die Spezialität.

1,5 Stunden später (es waren viiiele Gäste) kam die Galette und sie war der Wahnsinn. Ich schaffte sie nicht mal ganz – vielleicht lag das aber auch am Cidre.
Eine solche Galette machten wir neulich nun nach. Dazu muss man sich vorher Buchweizenmehl besorgen, entweder aus dem Frankreichurlaub mitbringen oder im Reformhaus kaufen.

Wir machen zweierlei Belag:

  1. Roquefort, Birne, Radicchio
  2. Käse, Käse, Käse

Ersterer sah so aus:

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Für 4 Personen braucht man:

Für den Teig:

  • 300 g Buchweizenmehl
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Ei
  • 200 ml Milch
  • 500 ml Wasser
  • etwas Sonnenblumenöl zum Anbraten

Für Belag 1:

  • 1 Birne
  • 100 g Roquefort
  • 1 Hand voll Walnüsse
  • 1 Radicchio
  • 100 g Crème Fraîche

Für Belag 2:

  • 3 Sorten Käse, z.B. Ziege, Brie de Meaux, St. Agur

Zunächst wird das Mehl und das Ei vermengt, dann die Mischung aus Wasser, Milch und Salz langsam unterrühren. Nun muss der Teig möglichst lange in den Kühlschrank, mindestens 1 Stunde, am besten einen Tag.

Den Belag so vorbereiten, dass alles in mundgerechte Größe gerupft / geschnitten ist. Die Nüsse in einer Pfanne anbraten.

Nun eine Pfanne mit Öl erhitzen. Wenn es richtig heiß ist, etwas Teig hineingießen – nur so viel, dass die Pfanne nach dem Schwenken überall geradeso bedeckt ist. Wenn der Teig zu zähflüssig ist, einfach noch etwas Wasser unterrühren.

Die Hitze etwas drosseln und die Galette von der ersten Seite so lange anbraten, bis sie sich fast von allein vom Boden löst. Nun wenden und mit den Zutaten belegen. Nochmal ca. 4 Minuten anbraten.

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Der auf dem Foto ist übrigens eindeutig zu dick geworden …

Kurz vor fertig die Galettes an drei Ecken einknicken und festdrücken. So bekommt sie ihre typische Form und macht sich hübsch auf dem Teller.

 

Dazu ordentlich Cidre servieren und das hier singen: Louis Attaque – J’t’emmène au vent

Wer danach noch kann, der macht sich einen feinen Crêpes Lichterloh.

Tandoori Chicken

 

Manchmal sind sie wunderbar, diese kleinen Helferlein für faule Tage. So auch die Gewürzmischung für Tandoori Chicken. Man kann sie natürlich auch selber machen … aber nunja diese hier von TRS ist auch sehr fein:

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Und so sieht’s dann fertig aus, das Hühnchen:
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Zutaten:

  • 4 Bio-Hähnchenschlegel
  • 350 g Joghurt – möglichst fettig
  • 100g g Tandoori Masala Gewürzmischung
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 EL Honig
  • 400 g Basmatireis

Zunächst werden die Schlegel enthäutet, das geht ganz leicht. Dann das Fleisch ein paar Mal einritzen und mit dem Zitronensaft und dem Honig einreiben. Kurz ruhen lassen.

Nun die Gewürzmischung in den Joghurt rühren. Der Joghurt sollte dann richtig tief rot sein – wenn er es nicht ist, macht etwas mehr Gewürze rein.

Jetzt kommen die Schlegel in eine Auflaufform und werden richtig schön von oben bis unten mit dem Joghurt eingerieben. Wichtig ist vor allem, dass sie oben gut bedeckt sind. Und dann ab damit in den Kühlschrank. Am besten, sie bleiben da ein paar Stunden. Je länger, desto zarter, saftiger und aromatischer ist später das Fleisch.

Wenn ihr Hunger habt, schiebt ihr die Hähnchen in die Röhre. Bei 220° etwa 30 Minuten.

In der Zeit könnt ihr den Reis kochen. Basmati passt hervorragend.

So, und wenn das alles aus dem Ofen kommt, wird Eure Bude herrlich duften. Danach nämlich:

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Guten Appetit!

Wenn Ihr gerade keinen Sitarspieler zur Hand habt, legt das hier auf: Kula Shaker – Govinda (eignet sich auch wunderbar zum Auswendiglernen und Mitträllern).

Acai-Milchreis

 

So ganz traut sich der Sommer ja nicht raus, vielleicht muss man ihn ein bisschen mit der brasilianischen Acai-Beere inspirieren.

Die habe ich neulich von “nu3 – Die Nährstoffextperten” (http://www.nu3.de/) in Pulverform zum Probieren bekommen. So sieht das aus:

Wir hatten ja vor einiger Zeit schon mal ein Rezept aus unserem Brasilienurlaub mitgebracht (hier isses), dort wird die frische, pürierte Frucht am liebsten als Sorbet gefuttert. Heute aber soll es mal eine etwas gewagtere Kombi geben: Acai mit Milchreis. Oder eher umgedreht.

Zunächst mal kurz was Allgemeines zur Beere. Sie schmeckt pur sehr gewöhnungsbedüftig, da ziemlich bitter. Wenn man sie aber mit etwas Süßem (z.B. Guaranasirup) mischt, erinnert ihr Geschmack an schwarze Johannisbeeren oder Brombeeren. Sehr voll und fruchtig. Ich streu mir gerne ein Löffelchen ins Müsli, das bekommt dann auch gleich eine super Farbe. Abgesehen vom leckeren Geschmack soll die Beere auch sehr gesund sein und verjüngend wirken. Wenn man sich die Hüpfer an der Copacabana anschaut, glaubt man das gern.

Acai wächst übrigens auf einer Palme (Euterpe oleracae), die ganz nebenbei auch die größte Quelle für Palmherzen ist. Palmherzen sind ja auch so toll, besonders mit Ananas und Mayo – aber das ist ein anderes Thema.

Tja, hierzulande kann man Acai in verschiedenen Formen bekommen (am besten ist natürlich die tiefgefrorene, pürierte Beere, aber eher schwieriger zu besorgen). Ich hab hier das Pulver vorliegen (Fine Fruits Acai Bio). Durch die Gefriertrocknung wird das Wasser entzogen, sonst wird aber nichts verändert oder hinzugegeben. Es schmeckt auch wirklich sehr ähnlich wie das frische. Und so sieht’s aus:

Also dann mal ran an den Milchreis.

Zutaten (4 Personen):

  • 200 g Milchreis
  • 800 ml Milch
  • 20 g Acai
  • 40 ml Guaranasirup (zur Not durch Honig zu ersetzen)
  • Abrieb einer Limette
  • 20 g Zucker
  • evtl. etwas Minze zum Garnieren

Milchreis und Milch auf niedriger Flamme ca. 20 Min. köcheln. Dann Acai und Guaranasirup einrühren und nochmal 10 Minuten weiterköcheln lassen. In Schälchen füllen und abkühlen lassen.

Den Zucker mit dem Limettenabrieb mischen und vor dem Servieren über den Milchreis streuen. Wer will steckt noch ein Blättchen Minze hinein.

Und hier das fertige Töpfchen:

Vielen Dank an “nu3 – Die Nährstoffexperten”, die mir das Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt haben! 

Und eine Musikempfehlung gibt’s natürlich auch noch:
Sergio Mendes – Magdalenha

Reishunger!

 

So schön kann das manchmal sein: Da strahlt einen die Sonne aus dem Schlaf und dann klingelt auch noch der Postmann und bringt ein prallgefülltes Reispaket an.

Der schicke – und mir von grundauf sympathische – Online-Reishandel “Reishunger” hatte mir eine Superladung feiner Reissorten zum Probieren geschickt. Roter, schwarzer, Jasmin-, Basmati-, Milch- und Risottoreis. Das meiste mit Bio-Siegel. Dazu noch ein Päckchen Risotto mit Paprika. Und dann noch etwas, das ein Texterherz zum Jauchzen bringt, seht Ihr’s?

Der erste Eindruck war schon mal dufte: Schönes Design und nette Texte. So übrigens auch die Website www.reishunger.de. Nicht anbiedernd oder pseudo, einfach so, dass man Lust aufs Loskochen bekommt.

Und das haben wir auch sofort gemacht. Natürlich nicht gleich mit allen Sorten, deshalb wird hier wohl in nächster Zeit öfter mal das ein oder andere Reisrezept eintrudeln.

Heute geht’s erst mal an den schwarzen Reis und den Milchreis.

 

Schwarzer Reis mit Garnelen, Spargel und Koriandersoße 

Zutaten für 4 Personen:

  • 2 Tassen schwarzer Reis
  • 1 EL Butter
  • 8 dünne Spargelstangen
  • 8 Garnelen
  • 1/2 Zitrone (unbehandelt)
  • etwas Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • Koriandersoße (Rezept hier)

Der schwarze Reis schmeckte sehr nussig, rund und weich, fast sämig – auch wenn er von außen schön bissfest war. Eine absolute Entdeckung. Und auch optisch machte das tiefe Schwarz mit Violettschimmer richtig was her.

Den schwarzen Reis habe ich erst gründlich im Sieb abgewaschen und ihn dann mit 2,5 Tassen Wasser aufgekocht. Sobald das Wasser kochte, hab ich den Herd auf 0,5 gestellt und alles zudeckt 35 Minuten köcheln lassen. Laut Verpackung sollte dann das Wasser verdampft sein, war’s bei mir nicht. Ich hab also den Reis einfach noch mal abgesiebt, dann etwas Butter untergehoben – und er war wundervoll!

Der Spargel wird ganz normal gekocht und die Garnelen scharf in heißem Olivenöl angebraten. Knoblauch, Chili und Zitrone (in Scheiben) dabei auch einfach mit in die Pfanne geben.

Alles schön – also schöner, als wir das geschafft haben – mit der Koriandersoße anrichten und am besten mit einem eiskalten Weißwein in der Sommersonne verputzen.

Musikempfehlung: Four Tet – Sing

 

Milchreis mit Safran

Zutaten:

  • 200 g Milchreis
  • 650 ml Milch
  • 1/4 Vanilleschote
  • 20 g Kokoscreme
  • 1/2 Chili
  • 1 Prise Salz
  • 10 Safranfäden
  • 1 EL Honig
  • 1 TL Rum
  • Abrieb einer Limette
  • Zum Garnieren: ein paar Berberitzen und Pistazien

 

Dieser Milchreis hat super geschmeckt. Es handelt sich um Bio-Arborio aus dem Piemont. Der kann was. Schön großkörnig und bissfest – nicht dieses Schlabberzeug, auf das man manchmal trifft. Ob es nun der absolut hammermäßigste Milchreis meines Lebens ist, weiß ich nicht, möchte es aber nicht ausschließen. Er hat auf jeden Fall alles richtig gemacht, genau so muss Milchreis schmecken.

Den Milchreis mit Milch, Vanillemark und -schote, Kokoscreme, Salz und Chili vermengen und bei niedriger Flamme langsam aufkochen.

Alles ca. eine halbe Stunde offen leicht köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren.

Den Safran mit einem Mörser zu Pulver verarbeiten und mit ein paar Tropfen Wasser mischen. Nachdem der Reis 20 Minuten geköchelt hat, Safranmischung und Honig dazugeben. Die Chili jetzt rausholen, sonst wird’s zu feurig.

Wenn der Reis fertig ist, wird er vom Herd genommen und mit dem Rum und dem Limettenabrieb vermischt. Berberitzen und Pistazien drüber streuen, fertig!

Musikempfehlung: Leslio Clio – I couldn’t care less

 

Ehrlich gesagt war ich noch nie auf die Idee gekommen, meinen Reis online zu bestellen. Der müsste dann schon sehr gut sein, damit sich das mit den Versandkosten lohnt. Lecker ist er ja bei Reishunger. Gratislieferung gibt’s ab 30 Euro Bestellwert, da muss man also ganz schön Reis futtern. Na, vielleicht findet man ja noch das ein oder andere Goodie zum Aufstocken, es gibt nämlich nicht nur den Reis an sich, sondern auch alles drumherum. Wie steht Ihr generell dazu? Bestellt Ihr Nahrungsmittel auch mal im Netz?

Ich bedanke mich jedenfalls ganz herzlich bei Immo von Reishunger für die Kostproben und freu mich schon auf das nächste Päckchen!

Mama macht Rhabarber: Marmelade und Relish

 

Mütter sind ja schon was Großartiges. Meine zum Beispiel hat neulich nicht nur lecker rumgekocht, sondern das alles sogar für die Krabbendisco fotografiert und dokumentiert. 

Wie im Titel ersichtlich, gibt es des Rhabarbers zweierlei. Ich konnte leider noch nicht kosten, aber Mama sagt, dass das schmeckt, und das stimmt immer. Also los, wir starten mit der Marmelade. Genauer gesagt, mit der

Rhabarber-Erdbeer-Orangen-Marmelade

Zutaten:

  • 750g frischer Rhabarber
  • 400g Erdbeeren
  • 2 Bio-Orangen
  • 1 Apfel
  • 500g Gelierzucker
  • 1 EL Lavendelzucker (Zucker in getrockneten Lavendelblüten eingelegt) oder brauner Zucker
  • 1 EL  Zucker mit Vanille gemischt
  • 1 cm Ingwerwurzel
  • 1 Schuss Likör, Rum oder Gin

5-6 Gläser mit Schraubverschluss heiß ausspülen, stülpen und abtropfen lassen.

Rhabarber schälen und in ca. 2cm lange Stücke schneiden, in einen großen Topf geben. Erdbeeren waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden. 1 Orange heiß überbrühen und Orangenschale reiben, beide Orangen schälen und filetieren. Apfel schälen und grob reiben. Geriebenen Ingwer, Lavendelzucker und Vanillezucker dazu geben, alles im Topf vermischen und ca. 20 Min Saft ziehen lassen.  

Topf erhitzen und alles ca. 15min zu Mus köcheln lassen. Gelierzucker dazu und nochmal ca. 10 Min sprudelnd aufkochen, dabei den Likör zugegen (Menge je nach Geschmack).  

Marmelade randvoll in die Gläser füllen, verschrauben und auf den Deckel stellen, nach ca.10 Minuten die Gläser umdrehen und auskühlen lassen.

Und Beschriftung nicht vergessen:

 

Und weiter geht’s mit dem
Rhabarber Relish

Zutaten:
  • 1kg Rhabarber
  • 3 große Erdbeeren
  • 1 Apfel
  • 120g rote Zwiebeln
  • 300ml roter Traubenessig (oder Apfelessig)
  • 1 TL Zimt u.1 Prise Nelkenpulver
  • 4 Sternanis
  • 2 Bioorangen
  • 40g Ingwerwurzel
  • 100g getrocknete Cranberries
  • 400g brauner Zucker
  • Lavendelsalz (Salz, durchzogen von getrockneten Lavendelblüten)
  • Evtl. eine kleine Prise Chili

Die Zwiebeln fein würfeln und mit Essig und den Gewürzen in einem großen Topf aufkochen und ca. 15 Min bei milder Hitze kochen lassen. 

Eine Orange heiß waschen und Schale abreiben, Saft auspressen. Zweite Orange schälen und filetieren. Apfel schälen und grob reiben, die Erdbeeren waschen und zerkleinern, Ingwer reiben mit Zucker in den Topf geben und bei milder Hitze weitere 10 Min kochen lassen.  

Rhabarber schälen und in ca. 2cm lange Stücke schneiden mit den Cranberries in den Topf geben, Salz dazu und ca. 20 Min kochen lassen.

Deckel abnehmen (evt. einen Schuss Rum dazu) bei geöffneten Topf weitere ca. 30 Min köcheln lassen bis das Relish eine dickflüssige, saucenartige Konsistenz hat, dabei öfter umrühren. 

Das Relish randvoll in heiß ausgespülte Schraubgläser füllen, verschließen und auf den Deckel stellen, nach ca.15 Min umdrehen und abkühlen lassen, es sollte ca. 2 Wochen durchziehen, dann kann man es zu kaltem Braten oder Hartkäse essen.

Leider gibt es hierzu nur eine Art Phantombild. Aber umso besser, dann bleibt der Phantasie der ihr so wohlbekannte freie Lauf.

 

Mal sehen, ob es auch eine Musikempfehlung gibt, da hake ich gleich morgen mal nach.

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Oh wie schön, beim Küchenplausch gibts ein Rhabarber-Gewinnspiel. Daumendrücken!

 

Sommeraperitif: Orangen-Tomaten-Süppchen

 

Ein großartiger Start für ein luftiges Sommerschlemmermenü! Dieser Hauch von Nichts ist ganz leicht vorzubereiten und schmeckt nach allerherrlichsten Sonnenstrahlen – gute Zutaten vorausgesetzt, die sind hier besonders wichtig.

Ich habe das Süppchen als kleinen Aperitif gereicht, eignet sich bestimmt aber auch als Vorspeise super:

Zutaten (4 Personen – Vorspeisengröße)

  • 3 Orangen, geschält und gestückelt
  • 800 g Tomaten, gewürfelt (duften müssen sie!)
  • 1 Knoblauchzehe, gehackt
  • 1/2 Bund Basilikum, grob gehackt
  • 100 ml Olivenöl
  • 2 El Weißweinessig
  • Salz und Pfeffer und Cayennepfeffer
  • 100 g Möhren, fein gewürfelt
  • 1 Chili, gehackt
  • 12 Kirschtomaten
  • 2 Scheiben Toast in Würfelchen
  • 40 g geriebener Parmesan

Als Erstes werden die Orangen mit den großen Tomaten, dem Knoblauch, dem Basilikum und 80 ml Olivenöl ganz fein püriert. Alles durchsieben und mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen. Kalt stellen.

Jetzt die Möhrchen 2 Minuten in Salzwasser kochen und kalt abschrecken. Kirschtomaten kurz ins kochende Wasser schmeißen, abschrecken und grausam häuten.

Aus dem Toast macht Ihr mit dem restlichen Olivenöl leckere Croutons, die Ihr dann mit der Chili, den Kirschtomaten, den Möhren und dem Parmesan mischt.

Kurz vor dem Servieren die Suppe in einen Siphon füllen und in kleine Becherchen sprühen (alternativ mit dem Mixer aufpürieren). Oben drauf streut ihr die Toast-Mischung. Und ab dafür.

 

Musikempfehlung: Porcupine Tree – Start of Something Beautiful

Iran, wir knabbern Dich an (1/2)

 

Mal wieder wollen wir einen kleinen kulinarischen Reisebericht abgeben. Diesmal geht’s mittenrein in die hervorragende persische Küche. Und wir folgen dem altbewährten Prinzip: Claire grün, Juliana blau.

So unschuldig fing unser Irantrip an. Kaum in Teheran gelandet, ging es gleich um 5 Uhr nachts zum “Kaleh Pasheh”. Unsere iranische Freundin Shabnam hatte uns das vorgeschlagen. Sonst kommt man ja nicht auf sowas. Noch vor der Dämmerung sämtliche Teile eines Lammkopfs verspeisen? 

Vor dem kleinen Restaurant “White Lamb” wurden wir dann nicht nur von Shabnam, sondern auch von zwei ihrer Freunde empfangen. Insgesamt war der Laden gut besucht. Und es roch krass nach … ja … Lamm.

Zunächst kam die Brühe. Dort presste man etwas “Norange” rein. Eigentlich wie Orange, aber laut Shabnam was ganz anderes. Dann wurde Brot reingekrümelt und ab in den Mund. Ganz lecker, doch. Auf einer gemischten Platte kam gleich darauf alles an: Augen, Hirn, Bäckchen … und ein paar Füße. Ochja. Es schmeckte alles sehr zart und lecker. Wir waren ja Gott sei Dank etwas übermüdet und konnten das süße Lammbild ganz gut ausblenden, das uns von der Wand aus entgegenäugte.

Also dazu muss man sagen, dass Juliana weder das Hirn, noch die Augen oder die Füße probiert hat. Soooviel verpasst hat sie aber nicht, wenn ich ehrlich bin.

Dazu trinkt man am besten Dogh. Das besteht aus Joghurt, Wasser und Kräutern und schmeckt köstlich. Andere leckere Getränke waren Minzwasser (oder Wasser mit anderen Pflanzensirups, z.B. Norangeblüten) und Dattelmilch.

Nach kurzem Ausschlafen ging es in die Sommerresidenz des letzten Schahs. Da gerade alle Nouruz (persisches Neujahrsfest) feierten, wars dort nicht nur sehr voll, sondern es gab auch total viele Leckereien. Und wir durften überall kosten. Die Damen unten boten jede Menge süßsauer eingelegte Früchte und Gemüsesorten an. Die Pickles begegneten uns dann auf jedem Markt in Hülle und Fülle. Wir kauften eine Art Marmelade, die war nämlich besonders lecker.

Allgemein fanden wir stets und überall irgendwas Schmackhaftes zum Anknabbern. Besonders verbreitet war Ash, eine Art Suppe, aber sehr dicklich. Auf dem Bild unten ist die Variante mit lustigen wabbeligen Nudeln, Petersilie und Kichererbsen zu sehen. Darauf gibt man verschiedene Sößchen, z.B. Minzsoße. Lecker fanden wir auch die Dolmeh, das sind gefüllte Weinblätter. Und natürlich das Kebab in allen Variationen, am besten mit Lamm.  Insgesamt kann man im Iran aber auch als Vegetarier ganz gut auskommen. 

Weiter geht’s in schnellem Lauf. Da Shabnam recht schnell – quasi nach den ersten 5 Minuten – merkte, dass wir uns verstärkt für die Schmakazien ihres Landes interessierten, zeigte sie uns am nächsten Tag noch vor allem anderen einen schönen Food-Bazar. Und bereute es wahrscheinlich sehr schnell, denn wir wollten überall schnuppern und kosten und fragen und nerven. Aber es wahr einfach zu verlockend. Es gab so viel Neues. Sympathisch fanden wir z.B. einen Stand, an dem man seine persönliche Kräutermischung direkt von professioneller Hand zusammenstellen und ganz frisch häckseln lassen konnte (im Bild links unten).

Darauf erstmal  eine kleine Erfrischung. Es gab jede Menge “Scheinbier”, also im Prinzip Limonade, die leicht mit Malz versetzt war und überhaupt nicht nach Bier, aber dennoch sehr fein schmeckte. Bei der Variante rechts war interessant, da sie sich wohl nicht sicher waren, wo es nun das bessere Bier gibt. Bavaria oder Holland. Natürlich leisteten wir fleißig Aufklärungsarbeit. 

Nach einer wunderbaren Tour durch Teheran wollte uns Shabnam eine weitere Spezialität kosten lassen: Dizi. Das Restaurant war so beliebt, dass wir erstmal eine gute Stunde warten mussten, bis wir reindurften. Eine exzellente Gelegenheit für Gespräche über Iraner in der Sauna, Weindealer und Nosejobs. Danach hatten wir richtig Appetit. 

Das Dizi heißt eigentlich offiziell Ābgusht und ist wieder mal nichts für schwache Gemüter. Es riecht ähnlich wie am ersten Tag beim Lammkopf-Füttern. In den Eintopf kommen neben Lamm auch Kichererbsen, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten und getrocknete Limetten. Das Ganze wird in einem traditionellen Gefäß serviert (das Dizi heißt, daher der Name des Gerichts) zusammen mit einer Art dickem Caipirinha-Stoßer. Der Eintopf wird in 2 Schritten gegessen: Erstmal wird der flüssige Teil abgeschöpft und mit Fladenbroteinlage verputzt. Dann wird der Rest mit dem Stoßer zermahlen, inkl. weichgekochtem Fleisch.

Auf dem Tisch wie auch sonst im Iran ganz viele frische Kräuter. Und allerlei eingelegte Kleinigkeiten. So haben wir unser Eintopfmus verputzt und das Ganze mit einem Tee sacken lassen. Echte Digestifs gibt’s ja nicht, Alkohol ist offiziell verboten. Aber scheinbar auf illegalem Wege recht einfach aufzutreiben, denn wir haben während des Urlaubs doch einige Gläschen Wein genossen im privaten Kreise.

Am Abend ging es dann auf eine Wasserpfeife in einem gemütlichen Teehaus in Darakeh am Fuße des Alburz-Gebirges. Dort trifft sich die Jugend, die ja nicht in Bars rumhängen kann. Es gibt auch hier überall was zum Kosten, z.B. grüne Mandeln, die man samt Schale ist. Sie sind immer leicht gesalzen und schmecken sehr frisch.

So, das dürft ihr jetzt erst mal verdauen. Aber es gibt ja noch so viel mehr zu zeigen, deshalb melden wir uns bald mit dem zweiten Teil unseres Iranberichts. Khoda Hafez!